Grönland-Annexion

"Wer soll uns angreifen?" – US-Vize-Stabschef knallhart

US-Präsident Donald Trump gibt nicht auf: Er will Grönland unbedingt zu einem Teil der USA machen. Jetzt sorgt sein Vize-Stabschef für Wirbel.
Newsdesk Heute
06.01.2026, 20:40
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Laut "20 Minuten" erklärte der Vize-Stabschef im Weißen Haus, Stephen Miller, dass der amerikanische Anspruch auf Grönland die "offizielle Position der US-Regierung" sei. Auf die Frage eines CNN-Moderators, ob die USA einen Militäreinsatz ausschließen würden, meinte Miller: "Niemand wird wegen der Zukunft Grönlands militärisch gegen die Vereinigten Staaten kämpfen. Das macht keinen Sinn."

Miller betonte, dass die USA Grönland als Teil ihres Staatsgebiets "haben" sollten. Trump habe das seit Amtsantritt immer wieder klargestellt. Einen Militäreinsatz brauche es laut Miller nicht. Die USA seien die stärkste Militärmacht der NATO und müssten deshalb die Kontrolle über Grönland haben, um die Arktis zu sichern und die Sicherheit des Verteidigungsbündnisses zu gewährleisten.

Dänemarks Anspruch infrage gestellt

Im Interview stellte Miller auch infrage, warum Grönland eigentlich zu Dänemark gehört. "Nach welchem Recht hat Dänemark die Kontrolle über Grönland? Was ist die Grundlage ihres Gebietsanspruchs? Was ist die Grundlage dafür, Grönland als eine Kolonie Dänemarks zu haben?"

Dänemark, die skandinavischen Nachbarn, Großbritannien, Deutschland und die EU haben die US-Forderung nach Grönland am Montag klar abgelehnt. Für Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen ist klar, dass Trump es ernst meint: "Er hat es immer wieder direkt und indirekt gesagt", so Frederiksen im dänischen Rundfunk. "Aber wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, dann hört alles auf." Das wäre das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses und der Sicherheitsarchitektur seit dem Zweiten Weltkrieg.

"Wir sind uns in der NATO einig darin, die Sicherheit im hohen Norden zu verstärken." Man könne aber nicht einfach einen Teil des Territoriums eines anderen Landes übernehmen, so Frederiksen weiter. Auch Grönlands Regierung lehnt das US-Vorhaben ab. Trump hat in der Vergangenheit einen Militäreinsatz zur Übernahme Grönlands durch die USA nicht ausgeschlossen.

Darum will Trump Grönland

Grönland liegt strategisch günstig zwischen den USA, Russland und Europa und ragt weit in den Polarkreis hinein. Durch den Klimawandel wird die Region für den Schiffsverkehr immer interessanter. Außerdem vermutet man in Grönland große Vorkommen an wichtigen Mineralien, darunter seltene Erden. Das US-Militär betreibt auf Grönland bereits einen Stützpunkt, der unter anderem Raketenwarnsysteme, Raketenabwehr und Weltraumüberwachung unterstützt.

Die jüngsten diplomatischen Spannungen rund um Grönland kamen nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela so richtig auf. Auslöser war offenbar ein Social-Media-Post: Katie Miller, Ex-Regierungsberaterin und Ehefrau des Vize-Stabschefs, postete auf X eine Karte Grönlands in den Farben der US-Flagge. Dazu schrieb sie in Großbuchstaben: "BALD".

{title && {title} } red, {title && {title} } 06.01.2026, 20:40
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