Eskaliert die geopolitische Lage jetzt komplett? Am Samstag sorgte die Entführung des venezolanischen Diktators Nicolás Maduro durch die USA für Schlagzeilen. Doch offenbar bleibt es nicht dabei: US-Präsident Donald Trump ließ zuletzt aufhorchen, als er auf Nachfrage einen möglichen Militäreinsatz gegen Kolumbien als "gut klingend" bezeichnete.
Katie Miller, die Frau von Trumps Vize-Stabschef Stephen Miller, ging noch einen Schritt weiter: In sozialen Medien postete sie eine Karte Grönlands in den Farben der US-Flagge. Dazu schrieb sie: "BALD." Zur Einordnung: Grönland ist ein autonomes, zu Dänemark (NATO-Land!) gehörendes Gebiet mit weitgehender Selbstverwaltung.
Der US-Präsident sagte selbst am Sonntag vor Journalisten: "Wir brauchen Grönland mit Blick auf die nationale Sicherheit." Die Insel sei von großer strategischer Bedeutung, sei aber aktuell von russischen und chinesischen Schiffen umgeben. "Dänemark wird das nicht schaffen," so Trump.
Sicherheitsexperte Nico Lange erklärte am Montag in einem Ö1-Interview, eine militärische Gefahr bestehe dort, wo Donald Trump wirtschaftliche oder politische Interessen verfolge. "Aber nicht aus jeder verbalen Drohung muss man die nächste Militäraktion ableiten." Alles hänge davon ab, wie sich die politische Lage in Venezuela weiterentwickelt, so Lange.
Laut dem Experten müsse Europa in Bezug auf die Drohungen gegen Grönland eine Grenze ziehen. "Doch viele haben Angst, sich kritisch gegenüber Trump zu äußern", betonte er. "Man muss die formulierten Ansprüche jedenfalls ernst nehmen. Die Europäer müssen gemeinsam eine breite Front aufstellen und nicht irgendjemanden alleine lassen."
Und was, wenn es tatsächlich zu einer Auseinandersetzung zwischen den USA und anderen NATO-Staaten um Grönland komme? "Eine militärische Aktion der USA gegen Grönland wäre das Ende der NATO", antwortete Lange.
Dennoch warnte er davor, aus einzelnen Aussagen oder Handlungen vorschnelle Schlussfolgerungen zu ziehen. Trumps Politik sei oft widersprüchlich – ohne dass er selbst darin einen Widerspruch sehe. "Er kann die NATO unterstützen und gleichzeitig Dänemark unter Druck setzen. Trump will keine allgemeinen Regeln, sondern jeden Fall einzeln betrachten."