Der Betreiber der Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana, in der nach dem verheerenden Brand 40 Menschen gestorben sind, ist für die französische Justiz kein Unbekannter. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus gut informierten Kreisen erfahren hat, war der Franzose schon früher im Visier der Ermittler. Vor 20 Jahren wurde er in der Region Savoyen wegen Zuhälterei festgenommen.
Das Feuer ist in der Silvesternacht ausgebrochen, als viele junge Leute in der Bar "Le Constellation" das neue Jahr gefeiert haben. 40 Menschen sind dabei ums Leben gekommen, 116 weitere wurden verletzt. Die Hälfte der Todesopfer war minderjährig. Das jüngste Opfer war erst 14 Jahre alt, das älteste 39. Gegen den Bar-Betreiber Jacques M. und seine Frau wird nun wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung ermittelt.
Mittlerweile sind alle Todesopfer und Verletzten identifiziert. 22 der Todesopfer waren Schweizer, 18 weitere kamen aus dem Ausland – die meisten davon aus Frankreich und Italien. Deutsche waren keine unter den Toten oder Verletzten.
Laut den jüngsten Angaben der Behörden sind unter den Verletzten 69 Schweizer, 23 Franzosen und zwölf Italiener, darunter auch Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft. Am Montag lagen noch 83 Verletzte im Krankenhaus. Dutzende von ihnen wurden mit schwersten Verbrennungen in Spezialkliniken in Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien behandelt.
Die Ermittler gehen davon aus, dass das Feuer im Keller der Bar durch Feuerwerksfontänen ausgelöst wurde, die an Sektflaschen befestigt waren und zu nah an die Decke gehalten wurden. Jetzt wird geprüft, ob das Dämmmaterial an der Decke den Vorschriften entsprochen hat.