In einer militärischen Geheimoperation ließ US-Präsident Donald Trump in der Nacht auf Samstag den venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro verhaften. Elitesoldaten brachten den 63-Jährigen und seine Ehefrau schließlich nach New York, wo ihnen nun der Prozess gemacht werden soll. "Heute" berichtete.
Der militärische Angriff auf Venezuela sorgte international für Aufsehen. Aufgrund der unklaren Lage wurde in Wien umgehend ein Krisenstab des Außenministeriums einberufen und eine Reisewarnung verhängt. Rund 750 österreichische Staatsangehörige sollen sich derzeit im betroffenen Land aufhalten.
Wie es in Venezuela nach dem Sturz Maduros weitergeht, ist völlig unklar. Vorerst übernimmt Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die Amtsgeschäfte. Sie kann auf die Unterstützung der Armee bauen.
In der ZiB-2 schätzt Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) am Sonntagabend die aktuelle Lage ein. "Das Regime von Maduro wurde von der EU in keiner Weise als legitim anerkannt", stellt die Neos-Politikerin klar. "Diesem Regime weinen wir keine Träne nach."
Gleichzeitig sei jedoch klar, dass es eine "äußerst fragile" Situation sei, bei der eine weitere Eskalation verhindert werden müsse. "Unser Ziel muss es sein, dass wir eine freie Wahl in Venezuela ermöglichen", so Meinl-Reisinger. "Ich appelliere an die USA, einen engen Austausch mit Gonzalez zu suchen, um einen geordneten Austausch zu ermöglichen", so die Außenministerin weiter.
Solch eine Militäroperation sei mit dem völkerrechtlichen Gewaltverbot nicht in Einklang zu bringen. "Als EU haben wir nicht die Stärke, Völkerrecht durchzusetzen". Man müsse ein Akteur werden, in einer neuen internationalen Ordnung, die auf Macht basiere. "Es braucht eine starke Europäische Union, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch", betont Meinl-Reisinger.
"Es droht nicht nur eine neue Weltordnung, sie ist schon längst da", so Meinl-Reisinger, die auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine anspielt. "Entweder wir spielen hierbei eine Rolle, oder wir stehen auf der Speisekarte", warnt sie im ORF-Interview.