Seit 1949 besteht das Verteidigungsbündnis NATO, nun befürchtet die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen das Ende der Allianz. Anlass für diese Angst ist die Gier von US-Präsident Donald Trump auf Grönland.
Die knapp 60.000-Einwohner-Insel ist reich an Bodenschätzen wie Öl, Gas und Seltenen Erden. Trump hatte in der Vergangenheit bereits angekündigt, dass er sich das zu Dänemark gehörende Land einverleiben möchte, militärische Gewalt sei dabei nicht ausgeschlossen. Laut Frederiksen müsse man dies ernst nehmen.
Zumal haben die USA erst vor einigen Tagen Venezuela angegriffen und den dortigen Präsidenten Nicolás Maduro sowie dessen Frau entführt. Kurz darauf postete die Frau des stellvertretenden Stabschefs im Weißen Haus, Stephen Miller, ein Bild auf X, welches die Eis-Insel in eine Flagge der USA hüllt.
Gegenüber dem Fernsehsender TV2 sagte die dänische Ministerpräsidentin: "Wenn die Vereinigten Staaten beschließen, ein anderes NATO-Land militärisch anzugreifen, dann hört alles auf." Damit meint Frederiksen ein Ende des Militärbündnisses.
Laut Trump brauchen die USA Grönland "vom Standpunkt der nationalen Sicherheit aus". Dänemark könne die Sicherheit der Insel, auf der die USA einen Militärstützpunkt haben, nicht gewährleisten. Dem US-Präsidenten zufolge würde es vor der Küste von russischen und chinesischen Schiffen nur so wimmeln und Dänemark habe dem Arsenal von Grönland lediglich "einen Hundeschlitten" hinzugefügt.
Gelassener als die dänische Ministerpräsidentin sieht der Ministerpräsident der Arktis-Insel, Jens-Frederik Nielsen, die Situation. Er glaube nicht, dass ihm ein ähnliches Schicksal wie Maduro blühen könnte. "Man kann Grönland nicht mit Venezuela vergleichen. Wir sind ein demokratisches Land", meinte der Regierungschef in der Insel-Hauptstadt Nuuk.