Giovanni hatte zwei ältere Schwestern und einen Bruder. Auch die Familie verbrachte während der Urlaubssaison Zeit in Crans-Montana. Giuseppe Tamburi, Unternehmer aus Bologna, hatte das alleinige Sorgerecht für seinen Sohn. Wie "20 Minuten" berichtet, lebte Giovanni mit seinem Vater in Italien.
Am Abend des 31. Dezember gab Giuseppe seinem Sohn noch Geld für die Silvesterfeier. Es war das letzte Mal, dass er Giovanni lebend sah. "Wir hätten uns am ersten Jänner wieder hören sollen, wie immer. Aber ich habe ihn nicht mehr sprechen können", sagt der Vater.
Giovanni besuchte ein Gymnasium in Bologna. In seiner Freizeit spielte er Fußball, Golf, ging ins Fitnessstudio und fuhr Motorrad. "Er war mein Sonnenschein. Ich lebte mit ihm und für ihn, weil er mit mir aufgewachsen ist. In Bologna waren wir nur wir zwei und die Hunde. Giovanni war ein Traum, ein Licht, geliebt von allen, empathisch, präsent, freundlich und sympathisch", erzählt Giuseppe Tamburi. "Ich hätte mir keinen besseren Sohn wünschen können."
In der Silvesternacht war Giovanni zuerst mit Freunden essen, dann besuchten sie eine Open-Air-Party in Montana. Später gingen sie in die Bar "Le Constellation". Dort brach kurz nach Mitternacht das verheerende Feuer aus, das 40 Menschen das Leben kostete.
Der Vater hat sich später selbst ein Bild vom Ort des Unglücks gemacht. "Ich habe meinen Sohn gesehen. Er war im Gesicht nicht stark verbrannt. Ich glaube, er ist an den Rauchgasen gestorben. Vielleicht hat er versucht, hinten zu entkommen, weil die Flammen bereits den Club erfasst hatten und alle nach oben wollten. Giovanni war sportlich. Er hat bestimmt versucht, sich zu retten, aber es war wohl schon zu spät."
Besonders empört zeigt sich Giuseppe Tamburi über die Sicherheitsvorkehrungen in der Bar: "Unabhängig davon, ob das Material an der Decke ausreichend feuerfest war, hat mich die fehlende Notausgangstür schockiert. Es gab nur eine kleine, verschlossene Tür. Hätten die Behörden verlangt, diese zu vergrößern und mit einem Panikgriff auszurüsten, wäre niemand gestorben", ist er überzeugt.
Der Vater kannte die Bar noch aus seiner eigenen Jugend. "Man ging hin, trank etwas, dann ging man wieder. Wahrscheinlich war die Lokalität nicht geeignet für junge Menschen, die ausgiebig Silvester feiern wollten. Wie Giovanni, der dort sein Leben verlor."
Die Ermittlungen zur Brandursache und zu möglichen Sicherheitsmängeln laufen weiter.