Im Gespräch mit "Le Nouvelliste" schildert Meldin seine Erinnerungen an die Brandnacht. Es sei eiskalt gewesen und er habe mit seinem besten Freund einen warmen Platz gesucht. Wie "20 Minuten" berichtet, wollten sie einfach einen gemütlichen Abend verbringen.
"Wir sind ins Constel’ gegangen, und ein Freund hatte dort einen Tisch, also haben wir uns zu ihm gesetzt", erzählt Meldin. Wenn er und seine Freunde in Crans-Montana unterwegs waren, war das "Le Constellation" immer die erste Adresse. "Die ist bei jungen Leuten bekannt."
Meldin und sein bester Freund tanzen gerade im Untergeschoß, als das Feuer ausbricht. Gegenüber "Le Nouvelliste" sagt Meldin, dass er die Flammen zuerst gar nicht bemerkt hat.
"Ich habe etwas Unruhe bei der Treppe gesehen. Weil wir in Crans-Montana waren, dachte ich, vielleicht sei da gerade ein Promi." Doch dann sieht er, wie sich Flammen ausbreiten. Sofort läuft er zur Treppe – dort herrscht "totale Panik". Er schafft es in den oberen Bereich der Bar, doch dichter Rauch macht das Atmen unmöglich. "Ich konnte nicht mehr atmen und sah nichts mehr."
Meldin kann sich ins Freie retten. Er kommt mit Verbrennungen an der Wade davon. Draußen erlebt er das blanke Entsetzen: "Es war ein Gemetzel."
Sein bester Freund, der nicht direkt bei ihm war, schafft es schließlich auch hinaus – mit schweren Verbrennungen. Meldin und seine Freunde bringen ihn zu den Sanitätern. Weil Meldins Verletzungen nicht als dringend eingestuft werden, darf er nicht bei seinem Freund bleiben. "Das hat mich am meisten verletzt: dass man mich nicht bei meinem besten Freund gelassen hat. Ich habe Angst, dass er denkt, ich hätte ihn im Stich gelassen, obwohl seine Haut, seine Haare verbrannt waren."
Sein Freund wird erst mit dem Helikopter nach Zürich geflogen, zwei Tage später nach Berlin verlegt. Meldin und sein Cousin Anis haben noch drei weitere Freunde, die nach dem Brand auf Spitäler im Wallis, in Genf und in Deutschland verteilt sind.
"Das hat uns hart getroffen. In Sierre (eine Stadt im Kanton Wallis) sind die jungen Leute alle eng verbunden. Wir sind zusammen aufgewachsen, haben uns nie losgelassen", erklärt Anis, der Cousin von Meldin. Die beiden versuchen, so gut wie möglich zu helfen, informieren sich täglich über den Zustand der Verletzten und teilen die Spendenaktionen in sozialen Netzwerken.
In einem Video, das nach dem Brand die Runde machte, sieht man junge Leute noch tanzen und filmen, während sich das Feuer schon ausbreitet. Beide sagen laut "20 Minuten": "Am Anfang war es ein ganz kleines Feuer. Wir haben die Gefahr nicht erkannt." Meldin versteht nicht, warum nicht mehr Verantwortliche, mehr Erwachsene vor Ort waren.
"Die 15-, 16-Jährigen, die da sind, um Silvester zu feiern, handeln völlig unbeschwert. Man kann ihnen das nicht vorwerfen. Es wären die Verantwortlichen gewesen, die einen Schritt voraus hätten sein müssen."