Schatz unter dem Eis

Trump will Kauf! So viel ist Grönland wirklich wert

US-Präsident Donald Trump will Grönland besitzen – eine Studie schätzt nun den Wert der Insel. Politisch bleibt ein Verkauf jedoch ausgeschlossen.
Newsdesk Heute
09.01.2026, 20:21
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Eine Studie im Auftrag des American Action Network, einer Lobbygruppe aus Washington, die den Republikanern nahesteht, hat einen geschätzten Kaufpreis für Grönland berechnet. Die Studie entstand Anfang vorigen Jahres, kurz nachdem Donald Trump erstmals davon sprach, die Insel unter US-Kontrolle bringen zu wollen. Die Autoren Jacob Jensen und Fred Ashton betonen aber, dass sie mit ihrer Arbeit nur eine Diskussionsgrundlage schaffen wollten. Es sei ihnen fern, der US-Regierung wirklich zu empfehlen, Grönland zu kaufen.

Grönland ist tatsächlich eine wertvolle Insel, vor allem wegen ihrer Lage und den Bodenschätzen. Die Studienautoren kommen auf zwei Methoden, um einen möglichen Preis zu ermitteln: Einerseits schätzen sie den Wert der vorhandenen Bodenschätze und der eventuell förderbaren Rohstoffe auf 4,4 Billionen US-Dollar. Allerdings sei, wie NTV berichtet, nur ein kleiner Teil davon momentan auch wirtschaftlich abbaubar.

Deshalb landen sie schließlich bei einer Summe von 186 Milliarden US-Dollar für alles, was aktuell ausgebeutet werden könnte. "Alternativ könnte man den Preis anhand der Lage Grönlands im Nordatlantik schätzen - eine Schätzung basierend auf dem Abbauort", schreiben Jensen und Ashton. Wenn man diesen Ansatz mit der strategischen Lage kombiniert, steigt der Preis laut Studie auf 2,76 Billionen US-Dollar.

Verkauf Grönlands durch Dänemark sei "unmöglich"

Arktis-Experte Michael Paul von der Stiftung Wissenschaft und Politik hält die Schätzungen der Studie für "realistisch". "Doch unter dem Prinzip der Selbstbestimmung – einem Grundprinzip des Völkerrechts, das seit dem Zweiten Weltkrieg von den Vereinigten Staaten gefördert wird – ist ein buchstäblicher 'Kauf' Grönlands nicht möglich", sagt Paul.

Auch Mikkel Runge Olesen vom Dänischen Institut für Internationale Studien in Kopenhagen sieht das so. Ein Verkauf Grönlands durch Dänemark sei "unmöglich", sagte Olesen der "New York Times". Er weist außerdem darauf hin, dass die USA ohnehin schon seit Jahrzehnten große militärische Befugnisse auf Grönland haben.

"Die USA haben in Grönland so freie Hand, dass sie praktisch alles machen können, was sie wollen", so Olesen. "Ich kann mir kaum vorstellen, dass die USA nicht nahezu alles bekommen könnten, was sie wollen, wenn sie nur höflich fragen würden."

"Schluss mit den Annexionsfantasien"

Laut dänischen Regierungsvertretern liegt die Entscheidung über die Zukunft Grönlands aber bei den 57.000 Einwohnern. Die Grönländer haben das Recht, ein Referendum über die Unabhängigkeit abzuhalten. Umfragen zeigen, dass eine überwältigende Mehrheit der Grönländer dafür ist, sich von Dänemark zu trennen – aber einen Anschluss an die USA lehnen 85 Prozent ab.

Trump will die Grönländer anscheinend mit finanziellen Anreizen umstimmen. US-Regierungsvertreter haben laut Insidern die Möglichkeit von Einmalzahlungen an die Grönländer besprochen. Damit soll die Bevölkerung des dänischen Überseegebiets zu einer Abspaltung und einem möglichen Anschluss an die USA bewegt werden, berichtet Reuters. Diskutiert wurden Summen zwischen 10.000 und 100.000 Dollar pro Person. Das Weiße Haus hat bestätigt, dass Trump und seine Berater prüfen, "wie ein potenzieller Kauf aussehen würde". US-Außenminister Marco Rubio wird nächste Woche mit seinem dänischen Kollegen in Washington über Grönland sprechen.

Dänemark und Grönland haben die Avancen der Amerikaner klar zurückgewiesen. Die Insel mit ihren 57.000 Einwohnern steht nicht zum Verkauf. "Genug ist genug. Schluss mit den Annexionsfantasien", schrieb Grönlands Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen am Sonntag. Auch Deutschland, Frankreich und Großbritannien betonten in einer gemeinsamen Erklärung, dass Entscheidungen über die Beziehungen zwischen Grönland und Dänemark allein diesen beiden zustehen.

Trump lässt sich von der internationalen Kritik bisher nicht beeindrucken. Er könnte weiterhin versuchen, die Grönländer zu kaufen, damit sie in Referenden in seinem Sinn abstimmen. Verbieten kann ihm das wohl niemand. Bei den Summen, die der US-Präsident jetzt als Handgeld ins Spiel bringt, wirkt es aber fast so, als wollte er die Grönländer übers Ohr hauen. Überweist er jedem der 56.000 Einwohner 100.000 Dollar, sind das insgesamt gerade einmal sechs Milliarden Dollar – für eine Insel, die fast drei Billionen Dollar wert ist.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 09.01.2026, 20:30, 09.01.2026, 20:21
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