Das 47 Sekunden lange Video wurde zuerst von der konservativen Nachrichtenplattform "Alpha News" aus Minnesota veröffentlicht und später auch vom Heimatschutzministerium in den sozialen Medien geteilt. Wie "20 Minuten" berichtet, zeigt die Aufnahme die Situation aus Sicht des ICE-Beamten, der die Schüsse abgegeben hat.
"Das ist in Ordnung, ich bin nicht böse auf dich", sagt Renee Nicole Good, während der ICE-Beamte an ihrem Auto vorbeigeht. Sie hat eine Hand am Lenkrad, die andere streckt sie aus dem offenen Fenster auf der Fahrerseite. Ihre Ehefrau sitzt am Beifahrersitz, hält ebenfalls ihr Handy hoch und sagt: "Willst du uns angreifen? Willst du uns angreifen? Ich sage: Geh und hol dir erst mal Mittagessen, Großer."
Mehrere Beamte nähern sich gleichzeitig der Fahrerseite des Wagens. Einer von ihnen schreit: "Raus aus dem Auto, raus aus dem verdammten Auto." Die Frau fährt kurz rückwärts, lenkt dann zur Beifahrerseite und setzt die Fahrt fort – in diesem Moment eröffnet der Beamte das Feuer.
Die Kamera wackelt, zeigt kurz den Himmel und schwenkt dann wieder auf die Straße, wo das Auto davonrast. Plötzlich ist ein lauter Aufprall zu hören, das Fahrzeug kracht gegen geparkte Autos. In der Aufnahme hört man den Beamten fluchen: "Fucking bitch", was auf Deutsch "verdammte Schlampe" bedeutet.
Vizepräsident JD Vance und die Sprecherin des Heimatschutzministeriums, Tricia McLaughlin, erklärten auf X, dass das Video ihrer Meinung nach beweise, dass der Beamte in Notwehr gehandelt habe. "Die Realität ist, dass sein Leben gefährdet war und er in Notwehr geschossen hat."
Lokalpolitiker in Minneapolis sehen das ganz anders. Der Bürgermeister Jacob Frey sagte, er habe das Video gesehen und halte die Notwehr-Behauptung für "Bullshit" – so wörtlich seine Aussage.