Die USA müssten Grönland verteidigen, sagte er. Der US-Präsident hat in letzter Zeit immer wieder betont, dass er die Insel, die offiziell zu Dänemark und somit zu einem Nato-Partner gehört, gerne unter Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen will.
Als Begründung nennt er die große strategische Bedeutung Grönlands und behauptet, dass zuletzt auffällig viele russische und chinesische Schiffe in der Region unterwegs gewesen seien. Wie NTV berichtet, widersprechen Militär- und Sicherheitsexperten dieser Darstellung aber deutlich. Michael Paul von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) meinte dazu im Gespräch mit ntv.de, dass zwar zivile Schiffe in den arktischen Gewässern unterwegs seien, aber: "Die Kriegsschiffe, die Trump überall sehen will, sind Quatsch".
Für viel Aufregung und Besorgnis sorgen die Aussagen von Trump vor allem deshalb, weil er auch militärischen und wirtschaftlichen Druck nicht ausschließt, um die Kontrolle über Grönland zu bekommen. Die Insel ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt, sechsmal so groß wie Deutschland und hat trotzdem nur rund 57.000 Einwohner.
Dänemark und andere Länder der EU und Nato haben empört auf die Drohungen von Trump reagiert. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte sogar, dass ein Angriff auf Grönland durch die USA das Ende des Verteidigungsbündnisses bedeuten würde. Trump meinte dazu, er sei ein "Fan" Dänemarks. "Sie waren sehr nett zu mir", fügte der US-Präsident hinzu. "Aber wissen Sie, nur weil dort vor 500 Jahren ein Boot anlegte, heißt das nicht, dass ihnen das Land gehört."
Bei einem Treffen mit Vertretern von Ölkonzernen im Weißen Haus rechtfertigte Trump auch das Vorgehen der USA in Venezuela mit einem Hinweis auf China und Russland. Ohne die USA, "wären China und Russland dort gewesen", sagte er. Gleichzeitig zeigte sich Trump offen für Ölgeschäfte mit den beiden Ländern.
Schon zuvor hatten die USA deutlich gemacht, dass sie sich langfristig den Zugang zu venezolanischem Erdöl sichern wollen. Laut Trump sollen die Vereinigten Staaten über Jahre hinweg Venezuela führen und die riesigen Ölreserven dort fördern. Auch auf die Einnahmen aus dem Export von venezolanischem Öl haben die USA Ansprüche angemeldet. Am vergangenen Wochenende haben US-Streitkräfte Venezuela angegriffen, den autoritären Staatschef Nicolás Maduro und dessen Ehefrau Cilia Flores festgenommen und sie in die USA gebracht.