Kaum ein Putzhelfer wird so selbstverständlich benutzt wie die Küchenrolle. Doch ausgerechnet sie kann im Haushalt zum echten Kostenfaktor werden. Das scheinbar harmlose Papier ist für viele Oberflächen ungeeignet, kann Schäden verursachen – und sorgt dafür, dass man am Ende doppelt zahlt. Warum das so ist und wie du es besser machst.
So harmlos sie aussieht, besteht die Küchenrolle aus feinen Holzfasern: Diese sind zwar perfekt, um Flüssigkeiten aufzusaugen, können aber bei empfindlichen Oberflächen wie feines Schleifpapier wirken. Das Ergebnis: winzige Kratzer, matte Stellen oder Schlieren, die sich nicht mehr entfernen lassen. Besonders ärgerlich, wenn es um Gegenstände geht, die täglich genutzt werden – und nicht gerade billig sind.
Vor allem bei Glas ist Vorsicht geboten. Die feinen Fasern können Oberflächen angreifen oder Streifen hinterlassen.
Statt sauber wirkt alles oft noch schmutziger als zuvor. Besser geeignet sind fusselfreie Tücher aus Bio-Baumwolle oder hochwertige Mikrofasertücher – idealerweise aus Recyclingmaterial.
Auch Hochglanz-Oberflächen haben mit Küchenrolle so gar keine Freude: Ob moderne Küchenfronten, Möbel oder glatte Lackflächen – hier können schnell feine Kratzer entstehen, die den Glanz dauerhaft ruinieren. Gerade weil Hochglanz-Elemente oft kostspielig sind, lohnt es sich, die Flächen lieber mit einem weichen Tuch oder Fensterleder zu reinigen.
Ein verschütteter Kaffee, ein Glas Saft am Teppich – der Griff zur Küchenrolle ist schon fast reflexartig. Doch genau das kann in die Hose gehen: Beim Reiben zerfasert das Papier, kleine Reste bleiben in den Fasern hängen und machen den Fleck noch hartnäckiger. Im Notfall darf Küchenrolle nur zum vorsichtigen Aufsaugen dienen – ohne Druck, ohne Reiben.
Neben dem Risiko für Möbel und Geräte hat Küchenrolle noch ein weiteres Problem: Sie ist ein klassisches Wegwerfprodukt. Einmal benutzt, landet sie im Müll: Das belastet nicht nur die Umwelt, sondern langfristig auch den Geldbeutel. Selbst recycelte Varianten sind keine Dauerlösung, da sie ebenfalls nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden müssen.
Die gute Nachricht: Nachhaltige Alternativen hast du meist schon zu Hause. Geschirrtücher, Stoffservietten oder Lappen aus (Bio-)Baumwolle lassen sich immer wieder verwenden, waschen und neu einsetzen. Sie reinigen gründlicher, sind schonender zu Oberflächen und sparen auf Dauer Geld.