Am Dienstagabend berichtete die Konzernmutter Bajaj Mobility (einst Pierer Mobility) von der "globalen Restrukturierung". Davon u.a. betroffen: KTM mit Sitz in Mattighofen (Bez. Braunau). Rund 500 Beschäftigte müssen gehen, vor allem in Bereichen mit Angestellten und im mittleren Management.
Das erklärte Ziel: "die nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit". Passieren soll das durch die Senkung der Fixkosten und die Straffung von Strukturen. Bajaj führt weiters die Fokussierung des Produkt- und Projektportfolios sowie die Optimierung des internationalen Standort- und Führungsnetzwerks ins Treffen.
Die neuerlichen Einsparungen rufen nun Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) auf den Plan: "Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist dies eine sehr schmerzliche Nachricht." Er hoffe, dass der vorhandene Fachkräftebedarf den Wechsel auf einen neuen Arbeitsplatz erleichtern werde.
Achleitner rechnet vor: Im IT-Bereich etwa würden in Oberösterreich aktuell 604 Fachkräfte gesucht. Mit Stand Ende Dezember gab es im Bundesland insgesamt 16.968 offene Stellen – 2.520 davon im Innviertel (Bezirke Braunau, Ried und Schärding).
Für die KTM-Beschäftigten sei es wichtig, "dass sie nicht allein gelassen werden, sondern rasch wieder eine Perspektive bekommen". Eine Stiftung, die von Land und Arbeitsmarktservice finanziert wird, verfüge über mehr als 300 Plätze, so der Landesrat.
Am Nachmittag meldeten sich dann auch die Grünen zu Wort: Die Partei spricht hinsichtlich der weiteren Kündigungen von einem "schweren Schlag für die Beschäftigten und die gesamte Region". Wichtig sei jetzt, die Beschäftigten nicht alleine zu lassen: "Es muss jetzt selbstverständlich einen Sozialplan geben, der diesen Namen auch verdient", so Arbeitsmarktsprecherin Brigitte Huber-Reiter.
Auch Wirtschaftssprecherin Dagmar Engl sieht die Entwicklung mit Sorge: "Dass es jetzt zu weiteren massiven Kündigungen kommt, zeigt, wie tief die strukturellen Probleme bei KTM sind." Die aktuelle Unternehmensführung sei zwar bemüht, die Firma zu stabilisieren. "Doch was unter Stefan Pierer angerichtet wurde, wird uns noch lange beschäftigen und in der Region nachwirken."