Was über BA.3.2 bekannt ist

Neue Corona-Variante in Österreich entdeckt

Eine neue Omikron-Untervariante breitet sich aus und hat auch Österreich erreicht. Warum Expertinnen und Experten BA.3.2 genau beobachten.
Heute Life
12.01.2026, 14:26
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Seit dem Jahreswechsel rückt eine neue Variante des Coronavirus SARS-CoV-2 in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: der Omikron-Abkömmling BA.3.2. Diese Variante wurde erstmals Ende November 2024 in Südafrika entdeckt, allerdings erst im Dezember 2025 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) offiziell als Variante unter Beobachtung eingestuft.

Eine lange Zeitspanne, in der sich BA.3.2 still und heimlich ausgebreitet hat und aus diesem Grund auch den Spitznamen "Cicada" erhielt. Schließlich erinnert ihre Entstehung an die lange unterirdische Lebensphase einer Zikade.

Schleichendes Wachstum

Ganz genau stammt die neue Variante von einer der ersten Omikron-Linien BA.3 ab, die sich vor einigen Jahren unauffällig verhalten hat, nur wenige Infektionen verursacht hat und gleich wieder verschwunden ist. "Ende 2024 ist eine Version davon wieder aufgetaucht, in Südafrika. Und die hat mehr als 50 Mutationen im Spike-Protein gehabt – verglichen mit der ursprünglichen BA.3-Variante", erklärt Virologe Florian Krammer von der MedUni Wien in seinem Podcast "Virologisch". Allerdings habe man zunächst lediglich eine Handvoll von Fällen weltweit detektiert - etwa in Deutschland, in den Niederlanden, den USA und Australien.

Die Variante sei einmal da und dann wieder dort aufgetaucht. "Es hat so ausgeschaut, als wäre das Virus nicht besonders fit", führt der Experte weiter aus. Doch mittlerweile finde man BA.3.2 immer häufiger, Tendenz steigend -  auch in Europa.

„Es ist noch wenig. Aber es wächst genug, dass man sich da anfängt, Sorgen zu machen.“
Florian Krammervon der MedUni Wien

"Es ist noch wenig. Aber es wächst genug, dass man sich da anfängt, Sorgen zu machen", sagt der Professor in seinem Podcast.

Erste Nachweise in Österreich

Mittlerweile wurde "Cicada" auch in Österreich nachgewiesen - zumindest im Abwasser. Der Anteil ist im Vergleich zu anderen Ländern jedoch noch sehr gering. In Deutschland ist die Verbreitung von BA.3.2 in den letzten Wochen hingegen spürbar gestiegen. Daten des Robert-Koch-Instituts zeigen, dass sie inzwischen einen wachsenden Anteil der nachgewiesenen Infektionen ausmacht und in einigen Regionen bereits mehrmals hintereinander als eine der führenden Varianten identifiziert wurde.

In Grün wird BA.3.2 im österreichischen Abwasser angezeigt.
MedUni Wien

Der rapide Anstieg deutet darauf hin, dass BA.3.2 im Wettbewerb mit anderen Omikron-Untervarianten wie XFG („Stratus“) und NB.1.8.1 („Nimbus“) derzeit aufholt oder sie sogar verdrängt.

Krankheitsverlauf

Trotz dieser Ausbreitung gibt es bisher keinen Hinweis darauf, dass BA.3.2 deutlich schwerere Krankheitsverläufe verursacht als andere Omikron-Varianten. Erste epidemiologische Daten deuten darauf hin, dass die klinischen Symptome weitgehend mit denen früherer Omikron-Formen übereinstimmen - also eher milde oder moderat verlaufen und schwere Verläufe seltener sind.

„Nicht von den aktuellen Impfstoffen abgedeckt.“
Monika Redlberger-FritzVirologin der MedUni Wien

Allerdings "handelt es sich um eine Variante, die antigenetisch komplett anders ist", erklärte Virologin Monika Redlberger-Fritz von der MedUni Wien kürzlich im "Heute"-Gespräch. Besorgniserregend sei dabei, dass BA.3.2 "nicht von den aktuellen Impfstoffen abgedeckt wird".

Wissenschaftler beobachten BA.3.2 daher mit großem Interesse und Vorsicht. Ihre genetische Distanz von früheren Stämmen macht sie zudem zu einem wichtigen Modellfall dafür, wie sich SARS-CoV-2 weiterentwickeln könnte.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 12.01.2026, 14:27, 12.01.2026, 14:26
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