Keine bundesweiten, lediglich zwei Regionalwahlen (St. Pölten, Graz) stehen planmäßig 2026 am Kalender. Am Sonntag machte die niederösterreichische Landeshauptstadt den Beginn.
Und diese endete – wie bereits vorab berichtet – mit einem politischen Erdrutsch: Langzeit-Bürgermeister Matthias Stadler (seit 2004 im Amt) verlor bei seinem fünften Antritt erstmals seit 1965 die absolute Mehrheit. Die SPÖ kommt nur noch auf 42,53 Prozent, büßte mehr als 13 Prozentpunkte und sechs Mandate ein.
Die blaue Welle schwappte auch an die Traisen über: Die FPÖ legte in St. Pölten mit Landesrat Martin Antauer an der Spitze massiv auf 19,75 Prozent zu. Bemerkenswert: Die im Land regierende ÖVP schaffte es aber mit Shootingstar Florian Krumböck an der Spitze, den zweiten Platz zu halten, verlor minimal auf 21,38 Prozent.
Die Grünen kommen auf 9,66 Prozent. Für die KPÖ gibt es eine dunkelrote Sensation: Die Partei schafft es mit 3,82 Prozent in den Gemeinderat. Die Neo-Regierungspartei Neos verliert hingegen auf minimale 2,72 Prozent und muss nun um ihren Sitz im Stadtparlament bis morgen zittern.
42 Mandate waren im Gemeinderat zu vergeben. Nach dem vorläufigen Wahlergebnis hält die SPÖ künftig 19 Sitze (minus sechs), die ÖVP kommt auf 9 Mandate (minus eins) und die FPÖ auf acht (plus fünf). Die Grünen halten künftig vier Mandate (plus eins) und jeweils ein Mandat entfällt auf KPÖ und Neos.
Die Wahlbeteiligung von vor fünf Jahren mit 56 Prozent stieg leicht auf 59 Prozent an. Mehr als 44.000 Menschen waren wahlberechtigt, erstmals durften nur Personen mit Hauptwohnsitz in St. Pölten ihre Stimme abgeben.