FPÖ legt massiv zu

Wahlbeben in St. Pölten: SPÖ verliert die Absolute

Gemeinderatswahl in St. Pölten – jetzt ist das Ergebnis da: Die SPÖ mit Matthias Stadler gewinnt zwar, verliert erstmals aber die absolute Mehrheit.
Niederösterreich Heute
25.01.2026, 19:06
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Um 16 Uhr sperrten die Wahllokale in der nö. Landeshauptstadt zu, dann ging es ans Auszählen. Sonntagabend erschütterte schließlich ein politisches Erdbeben die rote Hochburg St. Pölten: Die SPÖ mit Bürgermeister und Spitzenkandidat Matthias Stadler verliert erstmals seit Jahrzehnten ihre absolute Mehrheit, kommt nur noch auf 42,53 Prozent.

ÖVP und FPÖ: Kopf-an-Kopf-Rennen

Im Kampf um Platz 2 konnte sich trotz massiven blauen Zugewinnen die Landeshauptfrau-Partei behaupten. Die ÖVP errang mit Florian Krumböck an der Spitze 21,38 Prozent. Die größten Zugewinne fuhren freilich die Freiheitlichen mit Landesrat Martin Antauer an der Spitze ein. Die FPÖ holte 19,75 Prozent.

Bürgermeister Stadler in einer ersten Reaktion: "Ich gratuliere jenen, die zu den Wahlgewinnern gehören, wir gehören nicht dazu." Der Bundestrend habe "stark durchschlagen", er wolle sich aber nicht "abputzen".

SPÖ-Bürgermeister Matthias Stadler (M.)
"Heute"

Stadler bleibe an Bord. VP-Mann Krumböck: "Es ist ein historischer Wahlabend, die St. Pöltner haben Veränderung gewählt."

Seit 22 Jahren regiert Matthias Stadler (59) als Bürgermeister die nö. Landeshauptstadt – und er hat noch nicht genug. "Es ist noch viel zu tun und ich liebe diese Stadt", sagte er vor wenigen Tagen im "Heute"-Interview.

Daher lautete auch das Match: Alle gegen Stadler – seit 1965 hält nämlich die SPÖ die absolute Mehrheit im Gemeinderat, seit 9. Juli 2004 regiert Stadler als Bürgermeister. Trotz guter Bilanz kam Stadler jedoch nicht gegen die negative Stimmung aus dem Bund an. Wie berichtet, ist Parteichef Andreas Babler der unbeliebteste Politiker des Landes, bekam im aktuellen "Heute"-Politbarometer 52 Prozent Negativ-Nennungen ausgewiesen.

Rückblick: Bei der letzten Gemeinderatswahl am 24. Jänner 2021 hatte die SPÖ trotz Verlusten (minus 3 Prozent gegenüber 2016) 56 Prozent erreicht, die ÖVP kam auf 22,7 Prozent (plus 2,5 Prozent, auch mit Rückenwind durch Sebastian Kurz), die FPÖ erreichte 8,9 Prozent (fuhr damals ein Minus von 5,8 Prozentpunkten ein), die Grünen kamen 2021 auf 8 Prozent (plus 5,3 Punkte), die NEOS auf 3,2 Prozent (plus 1,6 Prozent). Die KPÖ erreichte 1,1 Prozent.

Ein erster Härtetest

Nun geht also wieder Matthias Stadler als Sieger beim Urnengang hervor. Ganz Österreich blickt mit großem Interesse auf das Ergebnis der Gemeinderatswahl in Niederösterreichs Landeshauptstadt. Denn: Bundesweit findet 2026 kein geplanter Urnengang statt – damit ist die Stadtwahl auch ein erster Härtetest für die Dreier-Koalition im Bund.

Zur Info: Insgesamt wurden 42 Gemeinderäte gewählt, die in den kommenden fünf Jahren die Entwicklung der Landeshauptstadt mitgestalten. Aus ihrer Mitte bestimmen sie anschließend einen Bürgermeister.

Wahlberechtigt waren alle österreichischen Staatsbürger sowie Bürger der Europäischen Union, die am Stichtag, dem 20. Oktober 2025, in St. Pölten ihren Hauptwohnsitz hatten. Insgesamt waren bei der Gemeinderatswahl 2026 rund 44.000 Personen wahlberechtigt.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 25.01.2026, 20:29, 25.01.2026, 19:06
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