FPÖ vor Verdoppelung

Wahl in St. Pölten: SPÖ zittert um absolute Mehrheit

Wahl-Thriller in St. Pölten: ÖVP und FPÖ möchten die Alleinregierung, die die SPÖ in der Zweiten Republik durchgehend innehatte, sprengen.
25.01.2026, 05:00
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Nicht nur die politische Zukunft an der Traisen wird sich am Sonntag weisen – ganz Österreich blickt auf das Ergebnis der Gemeinderatswahl in Niederösterreichs Landeshauptstadt.

Bundesweit findet 2026 nämlich (geplant) kein Urnengang statt. Für die seit knapp elf Monaten im Amt befindliche Dreierkoalition aus ÖVP, SPÖ und Neos ist es ein erster Test. "Heute" hat die Details:

Rote Enklave

In St. Pölten ist die Welt für die krisengebeutelte SPÖ noch in Ordnung. Niemals musste man sich seit 1945 einen Partner zum Regieren suchen. Der Sieg ist den Roten auch am Sonntag gewiss. Einzige Frage: Hält die Absolute?

Drei Mandate Spielraum

Die SPÖ stellt aktuell 25 von 42 Gemeinderäten, kann moderate Verluste sogar unbeschadet verkraften. Obwohl die Roten ein Mandat einbüßten, hatte Bürgermeister Matthias Stadler bei seinem vierten Antritt am 24.1.2021 allen Grund zum Jubeln: Knapp 15.000 St. Pöltner – 56 Prozent aller abgegebenen Stimmen – landeten beim Amtsinhaber. Und das am Höhepunkt der Ära von Sebastian Kurz im Kanzleramt.

Fotofinish um Platz 2

Die ÖVP (legte vor fünf Jahren auf 22,7 Prozent zu) möchte ihre zehn Mandate verteidigen, verspürt aber wie die SPÖ eisigen Gegenwind aus dem Bund. Die Schwarzen schickten daher mit Florian Krumböck ihre heißeste Zukunftsaktie ins Rennen.

Wind of Change oder laues Lüfterl?

Kommentar von "Heute"-Chefredakteur Clemens Oistric

Bei eisigen Temperaturen wittern ÖVP und FPÖ Morgenluft. Erstmals in der Zweiten Republik weht in St. Pölten ein "Wind of Change"; die SPÖ könnte ihre absolute Mehrheit verlieren. Doch Bürgermeister Matthias Stadler – eine Institution – hat alle Trümpfe in der Hand und startet von 56 Prozent aus los.

Die ÖVP mit Shootingstar Florian Krumböck und der blaue Landesrat Martin Antauer lieferten einen beherzten Wahlkampf ab und streuten Salz in die (wenigen) roten Wunden wie die darbende Innenstadt, den Stadtbus-Disput und die Wohnungsnot. Dem gegenüber steht aber eine seit 22 Jahren andauernde Erfolgsbilanz des "ewigen" Stadtchefs.

Unter Stadler wurde aus einer darniederliegenden Industriestadt eine selbstbewusste , wachsende Landeshauptstadt mit (Privat-)Uni, FH und viel Kultur. Genau darum könnte der von der Opposition erhoffte "Wind of Change" zum lauen Lüfterl werden. Selbst wenn die Roten drei Sitze im Gemeinderat verlieren, regieren sie weiterhin alleine.

FPÖ will LH-Partei überflügeln

Doch die FPÖ profitiert aktuell von der politischen Großwetterlage und setzt mit Asyllandesrat Martin Antauer auf einen Routinier mit Law-and-Order-Kurs. Schaffen die Blauen gar Platz 2? Nach dem 2021er-Urnengang hatte sich die blaue Abordnung im Rathaus halbiert: Mit nur noch knapp neun Prozent stellte die FPÖ drei Mandatare. Diesen Sonntag gehen die Blauen zumindest von einer Verdoppelung aus, hinter den Kulissen halten es freiheitliche Strategen für nicht ausgeschlossen, die Landeshauptfrau-Partei in der Hauptstadt zu überflügeln.

Grüne mit neuem Duo

Die Ökos (2021: plus 5 Prozentpunkte) müssen mit neuer Spitze und bei Antritt von Max Zirngast (KPÖ) um ihre drei Mandate kämpfen.

Bleibt pinke Neos-Welt rosarot?

Zittern müssen auch die Neos um ihren Sitz im Stadtparlament.

Mobilisierung entscheidet

Vor fünf Jahren machten lediglich 56 Prozent der Berechtigten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Am Sonntag dürfen 44.063 Menschen mitentscheiden. Das größte Potenzial liegt im Nichtwählerlager.

Wahlschluss in allen 65 Sprengeln ist um 16 Uhr, ein Ergebnis wird gegen 18.30 Uhr erwartet. "Heute" berichtet live.

{title && {title} } coi,wes, {title && {title} } 25.01.2026, 05:00
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