Mehrere Linien des LUP Stadtbusses in St. Pölten verbinden Wohngebiete, Schulen, Bahnhöfe und das Zentrum – täglich nutzen tausende Fahrgäste die Busse.
Auslöser des Streits jetzt ist die Frage, wie der LUP ab 2027 weitergeführt werden soll. Der bestehende Vertrag läuft aus, eine neue Ausschreibung steht an – und genau hier gehen die Meinungen auseinander.
Verkehrslandesrat Udo Landbauer (FP) fordert rasche Entscheidungen aus dem Rathaus. "Der öffentliche Verkehr in St. Pölten ist zu wichtig, um parteipolitische Spielchen zu betreiben", sagt Landbauer am Mittwochvormittag und warnt: "Jeder Tag, an dem keine Entscheidung getroffen wird, kostet die Steuerzahler ein Vermögen."
Die Stadt weist diese Kritik zurück. Vizebürgermeister Michael Kögl (SP) spricht von mangelnder Unterstützung durch das Land. "Mit Bedauern haben wir feststellen müssen, dass Sie hinsichtlich der Finanzierung des LUP dem Gemeinderat von St. Pölten die kalte Schulter zeigen", heißt es in einem Schreiben vom 7. Jänner an Landbauer, das "Heute" vorliegt. Die Auseinandersetzung über die Medien bezeichnet Kögl als "Wahlkampfgeplänkel".
Im Kern geht es ums Geld – und um die Zukunft des Systems. Der LUP wird derzeit von Stadt, Land und Bund gemeinsam finanziert. Während das Land klare Entscheidungen zu Technik und Kosten verlangt, betont die Stadt, dass bereits Konzepte vorliegen. Diese seien seit 2024 gemeinsam mit der NÖVOG erarbeitet worden.
Für die Fahrgäste ist vor allem eines entscheidend: Der Stadtbus ist fixer Teil des Alltags. "Wer jetzt nicht entscheidet, gefährdet ein Angebot, auf das täglich tausende Menschen zählen", warnt Landbauer.
Wie es mit dem LUP weitergeht, soll sich in den kommenden Wochen entscheiden. Die Gemeinderatswahl in St. Pölten findet wohl inmitten der fortschreitenden Busdebatte statt.