Hochspannung in der niederösterreichischen Landeshauptstadt. Am Sonntag, dem 25. Jänner, wird der Gemeinderat gewählt. Doch es geht um weit mehr als um eine Entscheidung auf kommunaler Ebene. Die Wahl hat große Bedeutung über die Stadtgrenzen hinaus und gilt als politischer Stimmungstest für das ganze Land. Vor Ort in St. Pölten hat sich ein Team von "Heute" ein Bild von den Vorbereitungen gemacht.
Denn die Ausgangslage ist historisch. In dem tiefschwarzen Bundesland regiert die SPÖ seit Jahrzehnten die Hauptstadt mit absoluter Mehrheit. Noch nie hat sie in St. Pölten ihre Vormachtstellung verloren. Doch dieses Mal könnte alles anders werden. Erstmals seit Jahrzehnten steht die rote Hochburg ernsthaft unter Druck. Ein Verlust würde die SPÖ empfindlich schwächen.
In der Früh präsentierte die FPÖ in ihrer Zentrale neue Wahlplakate. Spitzenkandidat ist Asyllandesrat Martin Antauer, er zeigte sich gewohnt angriffig und übte scharfe Kritik an der Stadtregierung. Ein zentrales Thema für ihn ist das Bahnhofsviertel, das sich aus seiner Sicht zunehmend zur Problemzone entwickelt.
Nach der Präsentation fuhr das "Heute"-Team mit Antauer zum Lokalaugenschein an den Bahnhof. Schon bei der Ankunft zeigte sich ein klares Bild: Die Polizei ist dort durchgehend präsent. Die Probleme rund um den Bahnhof scheinen bekannt zu sein.
Zu Mittag traf "Heute" den ÖVP-Spitzenkandidaten Florian Krumböck. Der 34-Jährige gilt als eine Zukunftshoffnung der Volkspartei in Niederösterreich. Sein erklärtes Ziel ist es, die absolute Mehrheit der SPÖ in St. Pölten zu brechen. Besonders kritisch sieht er den Umgang der Stadt mit ihrem starken Wachstum. Denn St. Pölten wächst rasant.
Laut Krumböck ist die Stadt dafür nicht gerüstet. Die Verwaltung sei überfordert, es gebe zu wenige Kindergartenplätze und auch die Schulen stießen an ihre Grenzen. "Die Stadt braucht einen Plan. Die SPÖ hat keinen", sagt er.
Zum Abschluss traf "Heute" Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) im "Soogut"-Sozialmarkt St. Pölten. Dort staunten die Besucher nicht schlecht. Stadler begrüßte sie in einer Schürze mit Katzenmotiv. "Das ist meine Katze Josefa", erklärte er. Die Schürze sei ein Geschenk, das er beim Kochen gerne trage. Der Bürgermeister servierte Schnitzel, Suppe und Kuchen.
Bürgermeister Matthias Stadler zeigt sich trotz des Wahlkampfs gelassen und optimistisch. "St. Pölten ist auf einem guten Weg, und diesen Weg möchte ich konsequent weitergehen", sagt er. Für die Stadt habe er noch viel vor, das Potenzial sei längst nicht ausgeschöpft. Sicher ist nur: Am Wahltag beginnt alles erst. Stadler wird gewinnen – offen bleibt jedoch, ob er weiter allein regieren kann oder künftig Partner braucht.