Bei der Gemeinderatswahl am 25. Jänner 2026 setzt die Volkspartei in St. Pölten auf einen klaren Kurswechsel. Spitzenkandidat Florian Krumböck präsentierte kürzlich das Wahlprogramm unter dem Motto "St. Pölten braucht einen neuen Plan – und wir liefern ihn". Die Wahl sei eine Richtungsentscheidung: entweder ein "Weiter wie bisher" oder eine neue Form der Stadtpolitik.
Inhaltlich bündelt die ÖVP ihre Schwerpunkte in drei zentrale Themenfelder: Zuzug bremsen, Wachstum lenken und die Innenstadt stärken. Hintergrund ist das starke Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre. Laut Krumböck habe der Zuzug von mehr als 7.000 Menschen innerhalb eines Jahrzehnts die Stadt stark belastet – von Schulen und Kindergärten bis hin zum Verkehr. Attraktivität ohne Steuerung werde zunehmend zum Problem, so die Analyse der Volkspartei.
Die ÖVP spricht sich gegen weiteres ungebremstes Wachstum aus. Statt Bevölkerungsrekorde zu feiern, solle die Lebensqualität in den bestehenden Stadtteilen im Vordergrund stehen, heißt es. Gefordert wird eine "Wachstumspause", um Infrastruktur nachzuziehen, Stadtteile zu schützen und die Innenentwicklung klar vor neuer Verbauung am Stadtrand zu priorisieren.
Gleichzeitig betont Spitzenkandidat Krumböck, dass Stillstand keine Option sei. Wachstum müsse jedoch aktiv gesteuert werden – gemeinsam mit der Bevölkerung. Geplant ist ein neues Stadtentwicklungskonzept mit verbindlicher Bürgerbeteiligung für alle Stadtteile.
Inhaltlich setzt die Volkspartei auf Investitionen in Bildung und soziale Infrastruktur: genannt werden ein neuer Schulcampus im Norden, eine Garantie auf Kindergartenplätze in den Stadtteilen sowie Angebote für Jugendliche und Senioren. Ergänzt wird dies durch das Bekenntnis zu soliden Finanzen und einer Schuldenbremse.
Ein zentrales Wahlkampfthema ist auch die Innenstadt von Sankt Pölten. Die lokale Volkspartei fordert einen Kurswechsel bei Verkehrs- und Umgestaltungsprojekten. Weitere Stellplatzreduktionen und der geplante Umbau der Promenade in der derzeitigen Form sollen gestoppt werden.
Stattdessen plädiert Krumböck für "mehr Hausverstand": Menschen dürften nicht ausgeschlossen werden, wenn man Frequenz in der City wolle. Vorgeschlagen werden unter anderem ein digitales Parkleitsystem und einheitliche Garagentarife. Neue Impulse sollen für das Leiner-Areal kommen, wünscht sich die ÖVP.
Mit diesem Programm positioniere sich die Volkspartei als Alternative zur bisherigen Stadtpolitik der SPÖ. Krumböck betont dabei, nicht um Macht zu werben, sondern um Unterstützung für eine Stadtentwicklung, die zuhöre, plane und Verantwortung übernehme – mit dem Ziel, St. Pölten langfristig lebenswert zu gestalten.