Im Finale des Gemeinderatswahlkampfs in St. Pölten setzen die Grünen auf mehr direkte Beteiligung der Bevölkerung. Konkret fordern sie die Einführung von "Bürger:innenräten", die künftig Vorschläge für politische Entscheidungen erarbeiten sollen. Gewählt wird der Gemeinderat in St. Pölten diesen Sonntag, am 25. Jänner 2026.
Gemeinderat und Grünen-Spitzenkandidat Walter Heimerl-Lesnik begründet den Vorstoß mit seinen Erfahrungen aus Gesprächen Bewohnern der Stadt: "Ich war lange Kellner in St. Pölten und in den letzten fünf Jahren Gemeinderat. Da ist gefühlt kein Tag vergangen, wo ich nicht mit den Leuten geredet hab."
Aus diesen Gesprächen würden nicht nur Sorgen, sondern auch konkrete Ideen entstehen. "Für die SPÖ mag es reichen, wenn alles wie bisher im Alleingang von einem kleinen Kreis im Rathaus, also 'nach Stadlers Art', entschieden wird, aber wir wollen, dass die Bürgerinnen und Bürger auch zwischen den Wahlterminen zu Wort kommen."
Das vorgeschlagene "Grüne Modell" sieht vor, zufällig ausgewählte Bürger zu bestimmten Themen einzuladen. Zusätzlich sind eigene Jugendräte geplant, deren Vorschläge öffentlich dokumentiert werden sollen.
Auch Lisa-Maria Koban (Grüne) betont den Anspruch der Partei, neue Beteiligungsformen zu schaffen: "Kritisch – mutig – grün. Das ist unser Wahlkampfmotto." Sogenannte "Bürger:innenräte" könnten politische Diskussionen verändern, meint sie.
Koban: "Deshalb fordern wir die Einrichtung dieser Räte so schnell als möglich nach der Wahl, jedenfalls noch in diesem Jahr." Abschließend appelliert sie: "Trauen wir uns doch mal, einen mutigen neuen Schritt zu gehen, der die alten Muster aufbricht."