Am Sonntag blickt Polit-Österreich nach St. Pölten, wo ein neuer Gemeinderat gewählt wird. In der Pole Position steht die SPÖ, die seit der Gründung der Zweiten Republik durchgehend die absolute Mehrheit innehat.
Seit 22 Jahren regiert Matthias Stadler (59) als Bürgermeister die Stadt – und er hat noch nicht genug. "Es ist noch viel zu tun und ich liebe diese Stadt", sagte er im "Heute"-Talk (Video in voller Länge unten). Außerdem sprach der SPÖ-Bürgermeister über:
"Ich lebe in einer spannenden Stadt. In St. Pölten gibt es eine dynamische Entwicklung: Wir haben sehr an Lebens- und Wohnqualität gewonnen, unser Image ist ein anderes und es gibt noch viel zu tun. Es macht mir immer noch Spaß und Freude. Ich liebe meine Stadt."
"Die Fachhochschule in St. Pölten, die jetzt University of Applied Sciences heißt. Anfangs hatten wir 67 Studierende und ganz wenige Beschäftigte. Heute sind es knapp 5.000 Studierende und Hunderte Beschäftigte."
"Normalerweise gibt es eine gute Zusammenarbeit in Sachfragen, jetzt hat man es ganz deutlich durchbrochen. Man bricht eine Vereinbarung, die wir uns österreichweit als Unikat ausgehandelt haben: unser tolles Bussystem." (Anm.: Der Vertrag für die LUP-Stadtbusse läuft bis September 2027, über eine Ausschreibung für die Zeit danach wird heftig gestritten.)
"Wir wollen erstens die Drittelfinanzierung nicht aufs Spiel setzen und zweitens möchten wir auf Elektrobusse umsteigen. Alte Dieselbusse sind nicht barrierefrei und das würde vor allem die Älteren treffen. Außerdem sind die Strombusse gesetzlich vorgeschrieben. Es ist eigentlich ein Anschlag auf die Schüler, Studierenden und Senioren, die unsere Busse stark nutzen. Die Stadt hat die letzten Details ausverhandelt und ein Konzept ausgearbeitet. Was die FPÖ sagt, stimmt nicht."
"St. Pölten ist sehr sicher, weil unsere Polizei gute Arbeit leistet. In den letzten Jahren ist die Zahl der Delikte von ohnehin schon sehr niedrigem Niveau gesunken. Wir bauen mit dem Land Niederösterreich und der Republik ein Sicherheitszentrum im Westen der Stadt, um die Kräfte zu bündeln und noch schlagkräftiger zu machen."
"Ich weiß nichts über den Vorfall. Es wundert mich, dass wenn Anfang letzten Jahres war, der FPÖ-Spitzenkandidat Antauer erst jetzt darüber spricht. Ich nehme an, dass wenn es wirklich ein Delikt war, er es auch angezeigt hat."
"Das ist nicht meine Wortwahl und ich verabscheue das ehrlicherweise. Ich habe nie Dirty Campaigning verwendet oder mit Unwahrheiten gespielt. Wir brauchen kein Stadt-Bashing und dafür gebe ich mich sicher auch in Wahlkampfzeiten nicht her."
"Ich würde mir natürlich bessere Werte für die SPÖ wünschen. Aber die SPÖ ist eine dynamische Partei und ich bin sicher, dass die Umfragewerte wieder steigen werden."
"Nachdem es keinen Gegenkandidaten gibt, wird er auch in Zukunft die SPÖ leiten."
"Die absolute Mehrheit verteidigen und dass man nach der Wahl in den anderen Parteien schnell zur Vernunft zurückkehrt. Wir wollen St. Pölten weiterbringen und nicht weiter in Streit verharren."