90 Jobs betroffen

Arbeitskräfte-Überlasser Spartacus ist insolvent

Das Unternehmen hat am Landesgericht Korneuburg ein Konkursverfahren beantragt.  Fast 90 Jobs sind betroffen – größter Gläubiger ist das Finanzamt.
Aram Ghadimi
22.01.2026, 04:00
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Ausgerechnet der legendenumwobene Sklave Spartacus (71 v. Chr.) musste als Namensgeber der Spartacus Arbeitskräfteüberlassungsges.m.b.H. mit Sitz in Korneuburg dienen. Heute, rund ein halbes Jahrhundert nach Gründung der Leihfirma, musste diese am Landesgericht Korneuburg ein Konkursverfahren beantragen – mit dem Finanzamt als größtem Gläubiger. Das teilte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) am Mittwoch mit.

Spartacus gibt es seit mehreren Jahrzehnten: 1977 startete Hedwig Hubatschek als erste Frau in der Branche, später wurde der Betrieb in der Familie weitergeführt. Zuletzt stand die Firma unter der Führung von Tochter Doris Hubatschek und Schwiegersohn Thomas Hubatschek-Scharnreithner. Als Leitgedanke wurde dabei über Jahre hinweg "gegenseitiger Respekt" nach außen kommuniziert.

Fast 90 Jobs wackeln

Das Unternehmen, das sich auf Arbeitskräfteüberlassung spezialisiert hat, also Personal zur Arbeitsleistung an Dritte vermittelt, beschäftigte zum Zeitpunkt der Antragstellung 44 Dienstnehmer – zwei vollzeitbeschäftigte und zwei teilzeitbeschäftigte Angestellte, sowie 29 vollzeitbeschäftigte und elf geringfügig beschäftigte Arbeiter. Insgesamt sind fast 90 Beschäftigte betroffen.

Als Auslöser für ihre Zahlungsunfähigkeit nennt die Firma Zahlungsausfälle infolge der Insolvenzen einiger Kunden. Gleichzeitig habe sich die Auftragslage seit dem Jahr 2024 spürbar verschlechtert. Die Nachfrage nach Arbeitskräften war zurückgegangen.

1 Mio. Euro Schulden bei Finanzamt

Dadurch seien erhebliche Rückstände entstanden, insbesondere bei Abgabenverbindlichkeiten gegenüber dem Finanzamt. Alleine dieser Schuldenposten soll laut dem AKV rund 1 Million Euro ausmachen. Am Spartacus-Geschäftskonto befindet sich ein Guthaben von 196.987,14 Euro. Die Arbeitskräfteüberlassung verfügt über keine eigene Immobilie und somit über kein Liegenschaftsvermögen.

Gegenüber Kunden bestehen offene Forderungen – insgesamt 50.000 Euro sollen es sein. Doch deren Einbringlichkeit muss nun durch die Insolvenzverwaltung geprüft werden. Dem stehen insgesamt Verbindlichkeiten von 1.166.850 Euro gegenüber. Darin sind die Forderungen durch Dienstnehmer noch gar nicht enthalten, schrieb der AKV. Ihm sind, den eigenen Aussagen nach, bis dato nur fünf Gläubiger bekannt, darunter das Österreichische Finanzamt als Großgläubiger.

Firma soll verkauft werden

Bei Spartacus besteht keine Zuversicht, dass ein Weiterbestehen unter den gegebenen Umständen möglich ist. Neben gesunkenen Umsätzen bestehen für langjährige Mitarbeiter Abfertigungsansprüche. Eine längere Fortführung des Unternehmens ist daher aller Voraussicht nach nicht mehr möglich.

Die Geschäftsführung beabsichtigt das Unternehmen im Rahmen des Insolvenzverfahrens zu verkaufen und gibt an, dass ein vorübergehender Fortbetrieb bis zum Verkauf möglich sein sollte – die dazu nötige Kostendeckung sei gegeben. "Die weitere Vorgangsweise bleibt abzuwarten", schreibt indes der AKV. Forderungsanmeldungen können ab sofort angemeldet werden.

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