Millionen-Krimi in Krems

Pleite von Kunststoff-Baron – die Details schockieren

Derzeit wird das Vermögen des Unternehmers Thomas Höhrhan untersucht. Er selbst und mehrere seiner Unternehmen sind zahlungsunfähig.
Aram Ghadimi
24.11.2025, 15:18
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Es ist einer der aufwändigeren Fälle der jüngeren Zeit – die Mega-Pleite des Kremser Unternehmers und vormaligen ÖVP-Politikers Thomas Höhrhan. "Heute" hat dazu ausführlich berichtet.

Als findiger Unternehmer hatte er mehrere Unternehmen zu einer Gruppe zusammengeschlossen. Nun droht offenbar alles wieder zusammenzufallen, denn weder Höhrhan selbst, noch die betroffenen Unternehmen können ihre Schulden bedienen. Hunderte Gläubiger und Bedienstete sind davon betroffen.

Dr. MBA Thomas Höhrhan

Gegenüber der Privatperson Dr. MBA Thomas Höhrhan haben bislang 14 Gläubiger Forderungen von insgesamt rund 5 Millionen Euro angemeldet. Bisher wurden davon Forderungen in Höhe von fast 3 Millionen als zu Recht bestehend anerkannt. Die restlichen Forderungen werden vorerst von Höhrhan bestritten. "Die zuständige Insolvenzverwalterin hat bereits ausgeführt, dass der angebotene 20-prozentige Sanierungsplan als angemessen zu betrachten ist", schreibt der Alpenländisch Kreditorenverband (AKV) dazu. Das bedeutet: Gläubiger können nur mit der Rückzahlung eines Fünftels ihrer Schulden rechnen.

Am Montag hat der Gläubigerschutzverband einen Überblick zur Causa veröffentlicht, der schockierende Details enthüllt. So haben alle Firmen bei ihren jeweiligen Prüfungstagsatzungen – das ist der Termin, an dem die Forderungen der Gläubiger geprüft werden – ihre Eigenverwaltung zurückgelegt und ihre Sanierungsplananträge angepasst. Die angebotene Quote wurde jetzt auf das Minimum von 20 Prozent gesenkt, zahlbar binnen zwei Jahren. "Heute" hat den Überblick.

AKG Plastics GmbH

Im Fall der AKG Plastics GmbH meldeten sich bisher 127 Gläubiger, mit Forderungen von insgesamt rund 1,9 Millionen Euro – 1,6 Millionen Euro davon wurden anerkannt, der Rest vorerst bestritten. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 44 Dienstnehmer. Sie bangen um ihre Jobs. Der aktuelle Sanierungsplan sieht eine 20-Prozent-Quote für die Gläubiger vor.

HT Electronics Systems GmbH

Bei der HT Electronics Systems GmbH wurden bisher 177 Forderungen angemeldet – in Summe etwa 3,87 Millionen Euro. Davon sind, laut AKV, rund 3,57 Millionen Euro als zu Recht bestehend anerkannt worden. Auch hier wurden die übrigen Forderungen vorerst bestritten. Das Unternehmen beschäftigt aktuell 63 Mitarbeiter. Wie bei den anderen Verfahren wurde die Eigenverwaltung zurückgelegt und der Sanierungsplan auf eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren angepasst.

Robust Industry GmbH

Die Robust Industry GmbH weist 42 Gläubigerforderungen über insgesamt rund 1,9 Millionen Euro auf, wovon rund 1,57 Millionen Euro anerkannt wurden. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 19 Dienstnehmer. Wie es mit ihnen weitergeht, wissen sie nicht. Und auch dieser Betrieb hat seine Eigenverwaltung im Rahmen der Prüfungstagessatzung zurückgelegt und den Sanierungsplan entsprechend geändert.

Kurz vor den jeweiligen Abstimmungstagsatzungen werden die jeweiligen Insolvenzverwalterinnen Stellungnahmen zur Angemessenheit und Erfüllbarkeit der einzelnen Pläne abgeben. Derzeit wird an der Fortführung aller drei Unternehmen festgehalten, heißt es vom AKV. Ob das tatsächlich möglich sein wird, entscheidet sich aber erst.

{title && {title} } agh, {title && {title} } Akt. 24.11.2025, 17:54, 24.11.2025, 15:18
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