Ermittler schnappten den polnischen Staatsbürger am 7. Jänner 2026. Die Festnahme erfolgte nach einer Bargeldabholung von einem Mann in Innsbruck. Kurz danach klickten in Buch in Tirol die Handschellen. Das zuvor betrügerisch herausgelockte Geld wurde sichergestellt und dem Opfer zurückgegeben.
Laut Polizei soll der 22-Jährige Teil einer kriminellen Organisation gewesen sein. Die Masche: Anrufe bei älteren Menschen, bei denen sich Täter als Polizisten, Staatsanwälte oder Ärzte ausgaben.
Den Angerufenen wurde erzählt, ein naher Angehöriger habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht – nur eine hohe Kaution könne eine Haft verhindern. In anderen Fällen hieß es, ein Familienmitglied sei lebensbedrohlich krank und brauche dringend ein teures Medikament.
Die Ermittlungsgruppe "Falsche Polizisten" im Landeskriminalamt Niederösterreich ordnete dem Beschuldigten sieben gewerbsmäßige Betrugshandlungen zu. Vier davon liefen über den sogenannten Kautionstrick, drei über den Medizintrick. Tatorte gab es mehrere – in Ternitz, Hollabrunn, Bruck an der Mur, Innsbruck, Salzburg sowie in zwei Fällen in Deutschland. Zwei weitere Anrufe blieben beim Versuch.
Bei seiner Einvernahme zeigte sich der 22-Jährige laut Polizei großteils geständig. Über Anordnung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wurde er in die Justizanstalt Innsbruck eingeliefert.
Da weitere gleichgelagerte Taten vermutet werden, ordnete die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft die Veröffentlichung von Lichtbildern des Beschuldigten an. Mögliche weitere Opfer werden gebeten, sich beim Landeskriminalamt Niederösterreich unter 059133-30-3333 zu melden.
Die Polizei warnt eindringlich vor solchen Anrufen – echte Polizisten oder Ärzte holen niemals Bargeld oder Wertgegenstände ab.