Landeschefin mit Ansage

Mikl-Leitner: "Strompreis für Haushalte muss sinken"

Landeshauptfrau Mikl-Leitner pocht darauf, dass in NÖ die Strompreise sinken sollen. Der rechtliche Rahmen sei vom Bund geschaffen worden.
Aram Ghadimi
21.01.2026, 19:51
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Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Arbeit diskutierten am Mittwoch, 21. Jänner 2025, im Rahmen des Formats "Wirtschaft und Arbeit im Dialog" in der Tischlerei Krumböck in Gerersdorf (St. Pölten-Land) über die Zukunft des Handwerks in Niederösterreich. Dabei ließ Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) mit einer Aussage zu Strompreisen aufhorchen.

"Ich habe bereits in meinen Presse-Gesprächen vor Wochen gefordert, dass die Strompreise auch für die Privat-Haushalte sinken müssen. Und Sie können davon ausgehen, dass meine Botschaft gehört wird. Der rechtliche Rahmen dafür wurde jetzt vom Bund geschaffen", sagte die Politikerin.

Kampf gegen Teuerung

Sie schlägt damit in eine Kerbe mit der SPÖ, die bereits vergangenes Jahr Tempo beim Kampf gegen die Teuerung forderte. So sagte etwa SPÖ-Landesparteichef Sven Hergovich im "Heute"-Interview: "In Tirol hat die Landesregierung den Landesenergieversorger dazu verpflichtet, für leistbare Preise zu sorgen. Das wollen wir von der niederösterreichischen Landesregierung – die Mehrheitseigentümerin der EVN ist – auch."

"Wettbewerb dürfte Preise senken"

Erst vor wenigen Tagen äußerte sich Mikl-Leitners Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) gegenüber der APA folgendermaßen: "Der neue Österreich-Tarif wird auch andere Stromanbieter unter Druck setzen und Bewegung bringen, die Tarife zu senken." Auf Nachfrage betonte er: "Das gilt für alle Anbieter, Wettbewerb ist gut und sollte für billigere Preise sorgen."

Zum Hintergrund: Die Bundesregierung hat mit dem Verbund, der mehrheitlich im Besitz der Republik ist, einen neuen Stromtarif für Haushalte unter zehn Cent pro Kilowattstunde beschlossen. Der Tarif soll ab März 2026 gelten. Pernkopf (ÖVP) will, dass sich auch die EVN daran orientiert. Nicht nur Niederösterreichs Betriebe kämpfen mit den gestiegenen Kosten für Energie.

Im Zeichen der Sozialpartnerschaft

Umso bemerkenswerter ist es da, dass trotz aller wahrnehmbaren politischer Differenzen ein sozialpartnerschaftliches Format zustande kam, das auf eine Verbesserung der Energiepreissituation hoffen lässt. Der Ort war nicht zufällig gewählt: Die Tischlerei Krumböck in Gerersdorf stehe für "Verlässlichkeit, Qualität und Handwerk mit Tradition und großer Zukunft", sagte Mikl-Leitner.

Und die Politikerin ergänzte: "Das Handwerk sichert regionale Wertschöpfung, bildet Fachkräfte aus und schafft Arbeitsplätze im ganzen Land. Es ist das Rückgrat unserer Wirtschaft." Der niederösterreichische Weg sei geprägt von Partnerschaft und Respekt: "Miteinander statt gegeneinander – das macht unseren Standort stark und zukunftsfähig."

Bündel an Maßnahmen

Das sah auch Niederösterreichs Wirtschaftskammerpräsident Wolfgang Ecker so: "Unsere Betriebe sind tief in der Region verwurzelt und zugleich offen für Innovation, Digitalisierung und neue gesellschaftliche Anforderungen." Rund 80 Maßnahmen wurden im Rahmen der Initiative gesammelt, gebündelt und online aufbereitet – von Förderprogrammen bis zu Anlaufstellen.

FPÖ-Landesrätin Susanne Rosenkranz unterstrich: "Das Handwerk in Niederösterreich ist seit jeher ein zentraler wirtschaftlicher Pfeiler." In einem Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung brauche es Orientierung, Klarheit und passende Rahmenbedingungen.

Hoffnungsschimmer am Arbeitsmarkt

Demgegenüber betonte Markus Wieser, Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich, die Wichtigkeit zielgerichteter Qualifizierung: "Es gilt, dass die persönlichen Fähigkeiten auch zu den richtigen Ausbildungen und Berufen führen."

Mit der von der Regierung geplanten Senkung der Strompreise ist zeitgleich ein erster Hoffnungsschimmer am Arbeitsmarkt zu beobachten. Niederösterreichs AMS-Chefin Sandra Kern rechnet 2026 mit einem leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit. Sie betont die Bereitschaft, Ausbildungsmaßnahmen zu unterstützen: "Das AMS hat 55 Millionen Euro allein für Fachkräftequalifizierung reserviert."

Preissenkung wahrscheinlich

Einer, der damit zu tun hat, ist Günther Widy vom Sozialministeriumservice. Er verwies in seinen Äußerungen auf das Netzwerk Berufliche Assistenz (NEBA), das Betriebe und arbeitssuchende Menschen zusammenbringt. Die neue Webseite zeige rege Frequenz.

"Wirtschaft und Arbeit im Dialog" brachte die Spitzen aus Politik, Wirtschaft und Arbeit in ungewohnt einträchtiger Stimmung zusammen. Erst letzte Woche begrüßte SP-Chef Hergovich die jüngsten Aussagen Pernkopfs. Mit den aktuellen Äußerungen der Landeshauptfrau bekommen diese zusätzliches Gewicht. Man kann demnach in Niederösterreich bald mit deutlich günstigeren Strompreisen rechnen – zumindest der politische Wille dazu ist da.

{title && {title} } agh, {title && {title} } Akt. 22.01.2026, 10:14, 21.01.2026, 19:51
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