Stress gehört zum Alltag. Doch wenn er nicht mehr abklingt, schaltet der Körper in einen dauerhaften Alarmzustand. Das Problem: Dauerstress zeigt sich oft schleichend – und wird deshalb lange übersehen. Diese Signale sollte man ernst nehmen.
Bei Dauerstress ist der Körper ständig angespannt. Stresshormone (z.B. Cortisol) verhindern echte Erholung, selbst im Schlaf. Die Energiereserven werden aufgebraucht, ohne sich wieder zu füllen. Deshalb fühlt man sich auch nach langen Nächten ausgelaugt.
Stress hält das Nervensystem aktiv. Einschlafen fällt schwer, man wacht häufiger auf oder ist frühmorgens hellwach. Tiefschlafphasen werden verkürzt. Der Körper kommt nicht mehr richtig zur Regeneration.
Im Stressmodus priorisiert das Gehirn Gefahrenabwehr statt Denken. Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Entscheidungsfähigkeit leiden. Viele beschreiben das als "Gehirnnebel". Selbst einfache Aufgaben fühlen sich anstrengend an.
Dauerstress senkt die emotionale Belastbarkeit. Kleinigkeiten lösen übermäßigen Ärger oder Tränen aus. Das liegt daran, dass das Gehirn weniger Kapazität zur Emotionsregulation hat. Die Nerven liegen buchstäblich blank.
Stress führt zu dauerhafter Muskelanspannung, besonders im Nacken, Rücken oder Kiefer. Der Körper bleibt unbewusst "in Bereitschaft". Durch die schlechte Durchblutung entstehen Schmerzen. Diese werden oft fälschlich als rein orthopädisch gedeutet.
Im Stress schaltet der Körper auf Überleben, nicht auf Verdauen. Die Darmbewegung verändert sich, die Durchblutung sinkt. Blähungen, Durchfall oder Verstopfung sind häufige Folgen. Auch Unverträglichkeiten treten stärker auf.
Chronischer Stress schwächt das Immunsystem. Der Körper hat weniger Ressourcen, um Krankheitserreger abzuwehren. Erkältungen kommen schneller und dauern länger. Auch Entzündungen können sich leichter festsetzen.
Stress beeinflusst Hunger und Sättigung. Manche bekommen Heißhunger, vor allem auf Zucker oder Fett. Andere verlieren völlig den Appetit. Beides ist eine Reaktion des Körpers auf hormonelle Veränderungen.
Der Körper bleibt im Alarmzustand, selbst in Ruhe. Herzklopfen, Zittern oder das Gefühl, "nicht runterzukommen", sind typische Zeichen. Das Nervensystem findet nicht mehr in den Entspannungsmodus zurück. Entspannung fühlt sich ungewohnt oder sogar unangenehm an.
Gedanken kreisen ständig, auch abends oder am Wochenende. Der Kopf bleibt "an", obwohl keine akute Belastung da ist. Das ist ein klares Zeichen, dass der Stresspegel dauerhaft erhöht ist. Der Körper hat vergessen, wie Ruhe sich anfühlt. Achtung: Das kann schnell in einem Burn-out enden. Urlaub ist angesagt.