Nachdem der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé bereits einen Rückruf gestartet hat, zieht jetzt auch der französische Milchkonzern Lactalis nach. Am Mittwoch wurde bekannt, dass in mehreren Ländern Säuglingsnahrung großflächig zurückgerufen wird. Grund dafür ist, dass diese möglicherweise das Toxin Cereulid enthalten könnte.
Die französischen Behörden stellten einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen fest. Das Landwirtschaftsministerium teilte der Nachrichtenagentur AFP mit: "Die derzeit von Nestlé und Lactalis durchgeführten Rückrufaktionen sind tatsächlich auf einen Rohstoff zurückzuführen, der von ein und demselben Hersteller in China geliefert wurde."
Betroffen sind laut Angaben Länder wie Frankreich, China, Australien und Mexiko. Cereulid ist ein Stoff, der von Bakterien gebildet wird und zu Durchfall und Erbrechen führen kann. Säuglingsmilch wird besonders streng kontrolliert, weil sie als Ergänzung oder Ersatz für Muttermilch verwendet wird.
Die Organisation Foodwatch erklärte, dass es sich bei der chinesischen Firma um einen der wenigen weltweiten Lieferanten von Arachidonsäure (ARA) handelt. Diese Substanz ist in Europa streng geregelt und wird als Quelle für Omega-6-Fettsäuren in bestimmten Säuglingsmilchprodukten eingesetzt.
Foodwatch kündigte am Mittwoch an, Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten, um "Licht ins Dunkel" der Rückrufe zu bringen. Nach Angaben der NGO sind weltweit Millionen Babys betroffen.
Schon Anfang Jänner hatten mehrere Tochterfirmen von Nestlé in Europa – besonders in Deutschland, Italien, Schweden und Frankreich – bestimmte Chargen zurückgerufen. Insgesamt waren 60 Länder betroffen.
In den letzten Jahren gab es immer wieder Warnungen und Rückrufe bei Herstellern von Säuglingsmilch. Manche davon waren berechtigt, andere wiederum nicht.