Eine Mutter verlangt jetzt eine lückenlose Aufklärung, nachdem ihr kleiner Sohn nach dem Füttern mit Nestlé-Säuglingsnahrung schwer krank wurde. Der Bub zeigte plötzlich heftige Beschwerden: Erbrechen, Durchfall, Bauchweh, fleckige Haut, blaue Füße sowie keuchende, ruckartige Bewegungen. Im Spital kam die Schock-Diagnose: Meningitis. Aktuell bekommt das Baby Antibiotika, wie "20 Minuten" berichtet.
Die Mutter hatte ihrem Sohn seit der Geburt alle vier Stunden die Babynahrung gegeben – genau jene, die Nestlé Anfang Jänner weltweit zurückgerufen hat, wie sie gegenüber Sky schildert. Der Lebensmittel-Konzern zog bestimmte Säuglings- und Folgemilch-Chargen vorsorglich aus dem Verkehr, weil bei einem Zulieferer ein Qualitätsproblem entdeckt worden war. Im Fokus steht das hitzeresistente Toxin Cereulid. Dieses Gift kann zu Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfen führen.
Nestlé selbst betont, dass bisher keine Erkrankungen im Zusammenhang mit den zurückgerufenen Produkten bestätigt seien. Bis heute wurden keine Erkrankungen im Zusammenhang mit den betroffenen Produkten bestätigt. "Zusätzlich möchten wir hervorheben, dass kein Zusammenhang zwischen Cereulid und Meningitis besteht. Cereulid ist eine emetische Substanz (sie kann Erbrechen auslösen). Sie verbreitet sich nicht von Mensch zu Mensch, infiziert nicht das Gehirn und kann daher keine Meningitis verursachen oder übertragen", heißt es weiter.
Die Eltern des erkrankten Buben fordern laut Sky News trotzdem eine "vollständige Untersuchung" der Ursachen. Fachleute erklären, dass Bakterien oder Toxine, die über den Verdauungstrakt in den Körper gelangen, ins Blut übertreten können. Dort können sie eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen und sich auf Organe wie die Hirnhäute ausbreiten – das kann zu Meningitis führen, sagt Professor Michael Benedict von der Universität Liverpool gegenüber Sky News.
"Ich möchte mich aufrichtig bei allen Eltern und Erziehungsberechtigten für die verursachten Sorgen entschuldigen", sagt Nestlé-Chef Philipp Navratil in einer am Dienstag veröffentlichten Videobotschaft. Zuvor hatte Nestlé einen Rückruf bestimmter Chargen der Babynahrung BEBA und Alfamino bekannt gegeben.
Grund für den Rückruf war laut Navratil ein Qualitätsproblem mit einem Rohstoff von einem Lieferanten. Das Problem wurde bereits im Dezember in einem Werk in den Niederlanden entdeckt. Sobald der Fehler auffiel, habe man gemeinsam mit den Behörden einen freiwilligen Rückruf gestartet.