"Du bist zu schön, um echt zu sein", lautete ein Kommentar eines jungen Schweizers auf der Instagram-Seite der Zürcher Polizistin Yasmin – nichtsahnend, wie recht er damit eigentlich hatte. Denn: Die "schöne" Yasmin gibt es nicht. Doch auf den ersten Blick war das für Außenstehende praktisch nicht zu erkennen. Tausende fielen beim Anblick der attraktiven Polizistin flach – und wollten mehr von ihr sehen.
In einem zehntausendfach betrachteten Instagram-Video zählt "Yasmin" bis drei. Dann blitzt für den Bruchteil einer Sekunde ein Bikini-Foto auf – und ein Verweis auf freizügigere Inhalte auf einer Erotikplattform.
In weiteren Postings zeigt sich Yasmin mit einer Kollegin "auf Streife" oder wie sie nach einer Nachtschicht zu Neujahr posiert. Auf den ersten Blick wirkt alles echt.
Wer genauer hinschaut, merkt aber schnell: Da passt etwas nicht. So steht "Yasmin" etwa vor Polizeiautos, die seltsam eingefärbt sind – und eher an Berlin als an Zürich erinnern. Spätestens da kommen Zweifel auf, ob hinter "Yasmin" wirklich eine echte Polizistin steckt.
Der Verdacht bestätigt sich: "Yasmin" ist komplett künstlich erschaffen. Sie existiert nur dank KI, wie "Tele Züri" aufdeckte. Das Instagram-Profil, das sich als "deine Lieblingspolizistin" ausgab, war also ein reiner Fake.
Nach dem Bikini-Video zog die (echte) Kantonspolizei Zürich den Stecker. Das Instagram-Profil wurde gesperrt. "Man muss mittlerweile fast ein Profi sein, um KI-Inhalte zu erkennen", erklärte der Schweizer Kriminologe Dirk Baier im Gespräch mit "20 Minuten". Leidtragende seien dabei nicht nur die Opfer, sondern auch die Glaubwürdigkeit der Polizei
Sein Tipp: Immer vorsichtig sein – "besonders, wenn jemand nach persönlichen Daten oder Geld fragt. Das schaut man sich besser zweimal an und schaltet im Zweifel die Polizei ein."