Wollte an Geld der Schweizer

Falsche Polizistin lockte mit diesen Bikinifotos

Mit Einblicken in ihren Arbeitsalltag – und der Aussicht auf freizügige Fotos – erschlich sich Polizistin "Yasmin" das Vertrauen vieler junger Männer.
Nick Wolfinger
19.01.2026, 16:37
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

"Du bist zu schön, um echt zu sein", lautete ein Kommentar eines jungen Schweizers auf der Instagram-Seite der Zürcher Polizistin Yasmin – nichtsahnend, wie recht er damit eigentlich hatte. Denn: Die "schöne" Yasmin gibt es nicht. Doch auf den ersten Blick war das für Außenstehende praktisch nicht zu erkennen. Tausende fielen beim Anblick der attraktiven Polizistin flach – und wollten mehr von ihr sehen.

"Polizistinnen sind langweilig"

In einem zehntausendfach betrachteten Instagram-Video zählt "Yasmin" bis drei. Dann blitzt für den Bruchteil einer Sekunde ein Bikini-Foto auf – und ein Verweis auf freizügigere Inhalte auf einer Erotikplattform.

Die Schweizer KI-Polizistin "Yasmiin" mit einer "Kollegin" im Polizeiauto – nichts auf diesem Bild ist echt.
Instagram/yasmiiinpolix (KI-generiert)

In weiteren Postings zeigt sich Yasmin mit einer Kollegin "auf Streife" oder wie sie nach einer Nachtschicht zu Neujahr posiert. Auf den ersten Blick wirkt alles echt.

Seltsam eingefärbte Polizeiautos

Wer genauer hinschaut, merkt aber schnell: Da passt etwas nicht. So steht "Yasmin" etwa vor Polizeiautos, die seltsam eingefärbt sind – und eher an Berlin als an Zürich erinnern. Spätestens da kommen Zweifel auf, ob hinter "Yasmin" wirklich eine echte Polizistin steckt.

KI-Polizistin "Yasmiin" vor einem "gefälschten" Zürcher Hauptbahnhof und einem Polizeiauto, das es in diesem Design bei der Zürcher Kantonspolizei nicht gibt.
Instagram/yasmiiinpolix (KI-generiert)

Der Verdacht bestätigt sich: "Yasmin" ist komplett künstlich erschaffen. Sie existiert nur dank KI, wie "Tele Züri" aufdeckte. Das Instagram-Profil, das sich als "deine Lieblingspolizistin" ausgab, war also ein reiner Fake.

Profil wurde gesperrt

Nach dem Bikini-Video zog die (echte) Kantonspolizei Zürich den Stecker. Das Instagram-Profil wurde gesperrt. "Man muss mittlerweile fast ein Profi sein, um KI-Inhalte zu erkennen", erklärte der Schweizer Kriminologe Dirk Baier im Gespräch mit "20 Minuten". Leidtragende seien dabei nicht nur die Opfer, sondern auch die Glaubwürdigkeit der Polizei

Sein Tipp: Immer vorsichtig sein – "besonders, wenn jemand nach persönlichen Daten oder Geld fragt. Das schaut man sich besser zweimal an und schaltet im Zweifel die Polizei ein."

{title && {title} } NW, {title && {title} } Akt. 19.01.2026, 16:42, 19.01.2026, 16:37
Jetzt E-Paper lesen