Im September kam es auf einem Swiss-Flug von Zürich nach Newark zu einem schweren Zwischenfall, der die Crew zur Rückkehr zwang. Jetzt liegt der Abschlussbericht der Schweizer Untersuchungsstelle für Flugunfälle (Sust) auf dem Tisch.
Am 13. September 2024 hob ein Airbus A330-343 der Swiss mit zwei Piloten, zehn Crew-Mitgliedern und 205 Passagieren von Zürich Richtung USA ab. Doch kurz nach dem Start schlugen im Cockpit gleich zwei Warnlichter wegen Problemen mit dem Kabinendruck an. Das System zeigte an, dass beide Auslassventile zwar komplett zu waren, trotzdem konnte im Inneren kein ausreichender Druck aufgebaut werden.
Das Kabinendrucksystem war also nicht in der Lage, den nötigen Unterschied zwischen Innen- und Außendruck herzustellen. Für die Crew wurde die Lage rasch kritisch.
Die Piloten setzten zuerst einen Dringlichkeitsruf, einen sogenannten "Pan-Pan", ab und meldeten ein Problem mit dem Kabinendruck. Gleichzeitig griffen sie zu den Sauerstoffmasken. Keine 20 Sekunden später folgte der Notruf "Mayday", und die Crew leitete einen schnellen Sinkflug ein.
Auch für die Passagiere wurden die Sauerstoffmasken manuell ausgelöst. Die Entscheidung fiel schnell: Rückflug nach Zürich. Dort konnten alle unverletzt aussteigen – niemand kam zu Schaden.
Laut Abschlussbericht der Sust war ein defektes Rückschlagventil (skin check valve) schuld daran, dass das Kabinendrucksystem nicht mehr richtig funktionierte. "Ein vom Luftfahrzeughersteller im Jahr 2016 veröffentlichtes Service Bulletin, in dem das frühestmögliche Ersetzen des skin check valve durch ein modifiziertes skin check valve empfohlen wird, war nicht ausgeführt worden, was ursächlich für den schweren Vorfall war", schreibt die Sust.
Die Flugzeugfirma hatte 2016 empfohlen, das Bauteil zu tauschen, weil es häufiger zu Ausfällen kam. Bei sechs von acht A330-Flugzeugen der Swiss wurde das Rückschlagventil inzwischen getauscht.
Nach dem Vorfall hat Swiss ihr Wartungsprogramm überarbeitet: Seit September 2024 gibt es einen zusätzlichen Schritt, bei dem die Verbindung zwischen Notfall-Ram-Air-Einlass und Verteiler sowie das Anzugsdrehmoment der Schellen kontrolliert wird.
Zudem wurde ein Newsletter an die zuständigen Leute verschickt, um das Bewusstsein für Wartungsstandards und mögliche Sicherheitsrisiken zu schärfen. Damit so ein Zwischenfall in Zukunft nicht mehr passiert.