"Überlebensmodus" des Körpers

Warum Stress dick macht – auch ohne mehr zu essen

Schon mal vom Stress-Hormon Cortisol gehört? Es hat die Nebenwirkung Fett für "schlechte Zeiten" einzulagern. Sport macht es oft schlimmer.
Maria Ratzinger
21.01.2026, 10:29
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Frustrierend: Du isst so viel wie immer. Du bewegst dich vielleicht sogar genauso intensiv wie früher. Und trotzdem zeigt die Waage immer weiter nach oben.

Die Ursache liegt oft nicht auf dem Teller, sondern in unserem Alltag. Stress kann den Körper so verändern, dass er Fett speichert, selbst wenn die Kalorien gleich bleiben.

Der Körper im Alarmmodus

Stress ist für den Körper kein Gefühl, sondern ein Notfall. Ob Jobdruck, Dauererreichbarkeit, Sorgen oder Schlafmangel – der Körper unterscheidet nicht zwischen Säbelzahntiger und E-Mail-Flut. Er schaltet in den Überlebensmodus. Puls hoch, Fokus eng, Energie sichern. Das Problem: Dieser Zustand hält heute oft Wochen oder Monate an.

Cortisol: Das heimliche Dickmacher-Hormon

Im Zentrum steht das Stresshormon Cortisol. Es sorgt dafür, dass schnell Energie verfügbar ist. Kurzfristig sinnvoll, langfristig fatal. Denn Cortisol sagt dem Körper: „Speichern statt Verbrennen.“ Besonders gern lagert er Fett im Bauchraum ein – dort, wo es im Notfall schnell abrufbar ist. Ergebnis: mehr viszerales Fett, auch ohne Mehressen.

Schlafmangel verstärkt alles

Stress raubt Schlaf – und schlechter Schlaf verstärkt Stress. Ein Teufelskreis. Zu wenig Schlaf verändert die Hunger- und Sättigungshormone. Man fühlt sich schneller erschöpft, weniger belastbar, regeneriert schlechter. Selbst ohne Heißhunger snackt man häufiger "nebenbei".

Bewegung reicht oft nicht

Viele versuchen gegenzusteuern: mehr Sport, mehr Disziplin. Doch auch das kann kippen. Zu viel intensives Training bei gleichzeitigem Stress erhöht das Cortisol weiter. Der Körper bleibt im Alarmzustand. Ergebnis: keine Abnahme, manchmal sogar eine Zunahme. Nicht, weil Sport schlecht ist, sondern weil Erholung fehlt.

Warum Diäten versagen

Kalorienreduktion unter Stress wirkt oft gegenteilig. Der Körper interpretiert sie als zusätzliche Bedrohung. Er senkt den Grundumsatz, hält Reserven fest und reagiert mit Müdigkeit, Kältegefühl und Gewichtsstillstand. Viele glauben dann, sie seien "undiszipliniert". In Wahrheit ist der Körper überfordert.

Cortisol messen?

Speicheltest oder Bluttest ist eine Möglichkeit, wie man Cortisol im Labor messen lassen kann. Dabei ist natürlich eine ärztliche Überweisung notwendig. Auch der Zeitpunkt der Abnahme ist wichtig. Die Blutwerte werden für gewöhnlich in der Früh getestet, wenn das Cortisol am höchsten ist.

Was wirklich hilft

Nicht weniger essen, sondern Stress senken. Klingt leichter gesagt als getan, ist aber effektiv. Kleine Stellschrauben machen den Unterschied: regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Schlaf, moderate Bewegung, bewusste Pausen. Auch Atemübungen, Spaziergänge oder feste Offline-Zeiten helfen, das Nervensystem zu beruhigen. Erst wenn der Körper sich sicher fühlt, gibt er Fett wieder frei und lässt es verbrennen.

{title && {title} } mia, {title && {title} } 21.01.2026, 10:29
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