Die momentanen Temperaturen lassen uns natürlich mit den Wildtieren Mitleid empfinden. Unter einer dichten Schneedecke finden sie ja auch tatsächlich weniger Futter und Tierfreunde springen hier natürlich gerne ein. Bedauerlicherweise füttern viele von uns noch die falschen Dinge in der Annahme, sie würden Enten und Schwänen etwas Gutes tun. Der Österreichische Tierschutzverein gibt hier gerne Tipps!
Vor allem Kinder sind immer ganz begeistert, wenn sie ihre "Jause" mit den lustigen Enten neben dem Spielplatz teilen dürfen, aber Gebäck aller Art ist leider so gar nicht empfehlenswert für unser Wassergeflügel.
„Brot ist für Wasservögel wie Fastfood für uns Menschen – es füllt den Magen, aber der Körper bekommt nicht das, was er wirklich braucht“Alfred KoflerTierpflegeleiter, Assisi-Hof Stockerau
Regelmäßige Brotfütterung schwächt also nicht nur das Immunsystem, bläht den Magen auf und kann zu Koliken führen, sondern lässt Wasservögel auch die wichtige Nahrungssuche vergessen, da sie sich schnell an die ungesunde Futterquelle gewöhnen.
Weißt du schon alles über Schwäne? Klick dich durch:
Studien bestätigen: Falsche Ernährung kann ein geschwächtes Immunsystem, brüchiges Gefieder und eine erhöhte Sterblichkeit (besonders im Winter) verursachen. Das Engelsflügel-Syndrom, eine Wachstumsstörung bei Jungvögeln, wird durch eine unausgewogene, energiereiche, aber nährstoffarme Ernährung verursacht – genau das bewirkt auch die Brotfütterung.
Die wirklich gut gemeinte Fürsorge ist auch für das gesamte Ökosystem ein Problem. Brot, das nicht gefressen wird, sinkt zu Boden und fault, verbraucht Sauerstoff und setzt Nährstoffe für Algen frei.
„Wenn wir verstehen, dass Brot den Tieren schadet, können wir unser Verhalten ändern – aus echter Tierliebe.“
Fazit? Man darf Enten und Schwänen ruhig vertrauen, selbst an kalten Wintertagen ihre Versorgung ganz alleine zu meistern. Denn an intakten Gewässern sorgt Mutter Natur für ihre Schützlinge gut genug, um ohne uns zu überleben. Lediglich, wo der Mensch eingegriffen hat, muss man nachhelfen. Hier ist eine Liste, möglicher Lebensmittel, die allerdings NUR in Mengen verfüttert werden dürfen, die auch gefressen werden.
- Haferflocken
- Maiskörner (in Maßen)
- gekochte Kartoffeln in kleinen Stücken
- nahezu jedes Obst und Gemüse in kleinen Mengen und schnabelrecht geschnitten (Beeren, Bananen, Karotten, Gurken, Äpfel etc.)
In ganz Österreich ist Füttern an stehenden Gewässern meist verboten – da es, abgesehen vom gesundheitlichen Aspekt, Tiere zutraulich macht und natürliche Verhaltensweisen stört. In Wien beträgt die Strafe 50,00 Euro. Trotzdem ist die Fütterung mit altem Brot oder Semmeln im Stadtpark ständig zu sehen – vorwiegend durch Touristen.