Im Sommer 2025 ist im Hausgarten zum ersten Mal der Gewächshausschnegel (Ambigolimax valentianus) aufgetaucht. Die Art stammt eigentlich aus Südwesteuropa und kann bei uns als richtige Schadschnecke auftreten. Laut Elisabeth Ritter, der Leiterin der inatura-Fachberatung, frisst der Schnegel nicht nur abgestorbenes Pflanzenmaterial, sondern macht sich auch über lebende Blätter her.
Ein weiterer Fund sorgt für Aufsehen: Die Gelbstreifen-Landplanarie (Caenoplana variegata), die ursprünglich aus Australien kommt, wurde auf einem Vorplatz in Dornbirn entdeckt. Diese Art ist durch den internationalen Handel mit Topfpflanzen nach Europa gelangt. In Österreich wurde sie erstmals Anfang 2025 im Haus des Meeres in Wien gefunden, jetzt gibt es den zweiten Nachweis in Vorarlberg.
Auch eine Asiatische Gottesanbeterin (Hierodula tenuidentata) ist im Garten aufgetaucht. In Vorarlberg sind Fangschrecken eigentlich nicht heimisch. Ob das Tier aus einem Terrarium entwischt ist oder zufällig eingeschleppt wurde, lässt sich laut Ritter nicht sagen. Grundsätzlich besteht aber die Möglichkeit, dass sich Hierodula tenuidentata bei uns ein neues Verbreitungsgebiet erschließt. Die Art ist sehr anpassungsfähig und ernährt sich von anderen Tieren. Nach der Paarung wird das Männchen oft vom Weibchen verspeist. Das Tier kann derzeit in der inatura bestaunt werden.
In Bregenz kroch ein Kolumbianischer Tausendfüßler aus dem Topf einer Palme. Diese tropische Art reist häufig als blinder Passagier mit Palmenpflanzen um die Welt. Im Freien wird sie sich bei uns aber nicht halten können, sagt Ritter.
Die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) ist heuer die meistgefragte Spinnenart bei der inatura. Seit ihrer ersten Entdeckung 2014 in Vorarlberg hat sie sich rasant ausgebreitet. Auch invasive Arten wie der Gewächshaus-Tausendfüßler, der ursprünglich von den Ostindischen Inseln stammt, und die Grüne Reiswanze aus Ostafrika sorgen laut Ritter für viele Anfragen.