Nahrungsergänzungsmittel

5 Tabletten, die man nicht mit Kaffee einnehmen sollte

Kaffee kann dafür sorgen, dass manche Nahrungsergänzungsmittel kaum wirken. Wer Supplemente nimmt, sollte deshalb auf den richtigen Zeitabstand achten
Heute Life
21.01.2026, 09:22
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Kaffee bietet eine Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen, von der Steigerung der Gehirnfunktion über die Verringerung von Entzündungen bis hin zur Verbesserung der Herzgesundheit und der Unterstützung des Stoffwechsels. Leider kann das morgendliche Heißgetränk auch die Aufnahme bestimmter Nahrungsergänzungsmittel beeinflussen, wodurch diese möglicherweise weniger wirksam sind und irritierende Nebenwirkungen auslösen können.

5 Supplemente, die man nicht mit Kaffee einnehmen sollte

1
Eisen
Eisenpräparate sollte man nicht zusammen mit Kaffee einnehmen, weil Kaffee die Aufnahme von Eisen im Darm deutlich hemmt – das Präparat wirkt dann viel schlechter oder fast gar nicht. Der Hauptgrund: Kaffee enthält sogenannte Polyphenole (Gerbstoffe). Diese binden Eisen im Magen-Darm-Trakt und bilden unlösliche Komplexe, die der Körper nicht aufnehmen kann. Studien zeigen: Kaffee kann die Eisenaufnahme um bis zu 60–80 % reduzieren. Das betrifft vor allem nicht-hämisches Eisen (das in Tabletten und pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt). 
Praktischer Ratschlag: mindestens 1–2 Stunden Abstand zwischen Eisenpräparat und Kaffee lassen. Oder noch besser: Eisenpräparate am besten nüchtern oder mit Wasser einnehmen, denn sie sollten auch nicht mit Milchprodukten zusammen geschluckt werden.
Mehr dazu: Eisenmangel: Neues Präparat wirkt doppelt so gut
2
Zink
Zinkpräparate sollte man nicht zusammen mit Kaffee einnehmen, weil Kaffee die Aufnahme von Zink im Darm deutlich verschlechtern kann. Der Effekt ist zwar etwas geringer als bei Eisen, aber dennoch relevant – vor allem bei Zinkmangel. 
1. Polyphenole binden Zink
Kaffee enthält Polyphenole (Gerbstoffe), die Mineralstoffe wie Zink im Verdauungstrakt binden. Dadurch entstehen Verbindungen, die der Körper schlechter oder gar nicht aufnehmen kann.
2. Koffein wirkt leicht entwässernd
Koffein kann die Ausscheidung von Mineralstoffen über den Urin erhöhen. Das ist bei gelegentlichem Kaffeekonsum kein großes Problem, kann bei Zinkmangel oder hoher Koffeinmenge aber ungünstig sein.
3. Milch im Kaffee verstärkt den Effekt
Viele trinken Kaffee mit Milch – das darin enthaltene Kalzium konkurriert mit Zink um die Aufnahme im Darm. Auch das kann die Verwertung zusätzlich bremsen.
Zinkpräparate mindestens 1–2 Stunden Abstand zu Kaffee, schwarzem/grünem Tee einnehmen, am besten mit Wasser! Idealer Zeitpunkt: nüchtern oder zwischen den Mahlzeiten. Nicht gleichzeitig mit Eisen-, Kalzium- oder Magnesiumpräparaten einnehmen (sie konkurrieren ebenfalls).
3
Calcium
Calciumpräparate sollte man nicht zusammen mit Kaffee einnehmen, weil Kaffee die Aufnahme und den Erhalt von Calcium im Körper beeinträchtigen kann. Untersuchungen haben ergeben, dass pro Tasse Kaffee etwa 5 Milligramm Kalzium verloren gehen.
1. Koffein erhöht die Calciumausscheidung
Koffein wirkt harntreibend und kann dazu führen, dass mehr Calcium über die Nieren ausgeschieden wird. Nimmt man Calcium zusammen mit Kaffee ein, geht ein Teil davon schneller wieder verloren.
2. Kaffee kann die Aufnahme im Darm senken
Die im Kaffee enthaltenen Polyphenole können Calcium im Verdauungstrakt binden und die Aufnahme leicht reduzieren. Der Effekt ist geringer als bei Eisen, aber bei Supplementen dennoch relevant.
3. Milch im Kaffee hilft nur bedingt
Zwar enthält Milch Calcium, doch das Koffein im Kaffee kann den positiven Effekt teilweise wieder aufheben. Eine Latte ist daher kein idealer Calcium-Lieferant, wenn es um gezielte Supplementierung geht.
Einnahmeempfehlung: Mindestens 1–2 Stunden Abstand zu Kaffee, schwarzem/grünem Tee halten. Am besten zu oder nach einer Mahlzeit und mit Wasser einnehmen.
4
Magnesium
Kaffee kann die Verwertung von Magnesium im Körper verschlechtern. 
1. Koffein erhöht die Magnesiumausscheidung
Koffein wirkt harntreibend und kann dazu führen, dass mehr Magnesium über den Urin ausgeschieden wird. Wird Magnesium gleichzeitig mit Kaffee eingenommen, geht ein Teil davon schneller wieder verloren.
2. Gerbstoffe können die Aufnahme hemmen
Kaffee enthält Polyphenole (Gerbstoffe), die Magnesium im Magen-Darm-Trakt binden können. Dadurch wird weniger Magnesium aufgenommen.
3. Kaffee kann den Magen reizen
Magnesiumpräparate können bei manchen Menschen ohnehin zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Kaffee verstärkt diesen Effekt und kann Übelkeit oder Durchfall begünstigen. 
Bester Einnahmezeitpunkt: abends, da Magnesium entspannend wirken kann. Am besten mit Wasser und mit mindestens 1–2 Stunden Abstand zu Kaffee. Bei empfindlichem Magen zu einer kleinen Mahlzeit.
Mehr dazu: Magnesiummangel? An diesen 7 Anzeichen erkennst du ihn
5
B-Vitamine
Vitamin-B-Präparate sollte man nicht zusammen mit Kaffee einnehmen, weil Kaffee mehrere Effekte hat, die dazu führen können, dass weniger B-Vitamine aufgenommen oder schneller wieder ausgeschieden werden.
1) Koffein beschleunigt die Ausscheidung
Koffein wirkt anregend auf Nieren und Stoffwechsel. Dadurch können wasserlösliche Vitamine – dazu gehören alle B-Vitamine (B1, B2, B6, B12, Folsäure etc.) – schneller über den Urin ausgeschieden werden. Nimmt man Vitamin B direkt mit Kaffee ein, profitiert der Körper oft nur eingeschränkt.
2) Kaffee kann die Aufnahme im Darm stören
Kaffee enthält Polyphenole und Gerbstoffe, die die Resorption bestimmter B-Vitamine (vor allem B1 und Folsäure) im Darm beeinträchtigen können.
3) Kaffee senkt den B-Vitamin-Spiegel indirekt
Regelmäßiger Kaffeekonsum steht im Zusammenhang mit: erhöhtem Bedarf an Vitamin B1 (Thiamin), erhöhtem Verbrauch von Vitamin B6, möglicher Beeinflussung des Folat-Stoffwechsels.
Das heißt: Wer viel Kaffee trinkt, braucht eher mehr Vitamin B – sollte es aber zeitlich getrennt einnehmen - mit mindestens 1-2 Stunden Abstand zu Kaffee. Der beste Zeitpunkt ist morgens oder mittags (B-Vitamine wirken aktivierend) und zu oder nach einer Mahlzeit für bessere Verträglichkeit.

Fazit: Wer Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, sollte sich ausreichend über die korrekte Einnahme informieren. Denn so wurscht, wann man sie nimmt, ist es nicht.

{title && {title} } red, {title && {title} } 21.01.2026, 09:22
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