Während das Coronavirus für viele Menschen in Österreich nur noch eine untergeordnete Rolle spielt, beobachten Fachleute die Entwicklung des Virus weiterhin aufmerksam. Aktuell steht die Omikron-Subvariante BA.3.2 im Fokus der virologischen Überwachung. Auch wenn die Infektionszahlen aktuell niedriger sind, mahnen Expertinnen und Experten zur Vorsicht.
Die Virologin Monika Redlberger-Fritz von der MedUni Wien betont gegenüber "Heute", dass SARS-CoV-2 nicht verschwunden ist, sondern weiterhin in unterschiedlichen Varianten zirkuliert. "Corona gibt es immer noch, allerdings glücklicherweise weniger."
Gerade Varianten wie BA.3.2 zeigen laut Fachleuten, dass das Virus weiterhin mutiert und sich anpasst. Zwar gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass diese Subvariante schwerere Krankheitsverläufe verursacht, dennoch könne sie durch einzelne Personen mit besonders hoher Viruslast rasch verbreitet werden.
"Wie auch bei allen anderen zirkulierenden Viren stellen vor allem Superspreader ein großes Problem dar, da sie eine recht hohe Viruslast in sich tragen und praktisch alle in ihrem Umfeld anstecken", erklärt Redlberger-Fritz. Solche sogenannten Superspreader-Ereignisse seien auch in Phasen niedriger Fallzahlen ein entscheidender Treiber für neue Infektionscluster.
Besonders problematisch sei dabei, dass Superspreader selbst nicht immer schwer erkrankt sein müssen. Häufig verlaufe die Infektion mild oder sogar symptomlos, während gleichzeitig viele andere Personen angesteckt würden – etwa bei Feiern, in Innenräumen oder bei engem Kontakt ohne Schutzmaßnahmen.
Redlberger-Fritz plädiert daher für einen verantwortungsvollen Umgang mit Erkältungssymptomen und bekannten Schutzmaßnahmen. Das freiwillige Tragen einer Maske in sensiblen Situationen könne einen wichtigen Beitrag leisten, um vulnerable Gruppen zu schützen und größere Ausbruchsgeschehen zu verhindern. "Die Maske ist nach wie vor ein sehr ernst zu nehmender Schutz, einerseits, um niemanden anderen anzustecken und andererseits, um sich selbst zu schützen."