Ständige Müdigkeit ist kein Einzelfall. Viele fühlen sich selbst nach ausreichendem Schlaf erschöpft, antriebslos oder wie "leer". Medizinisch gilt: Müdigkeit ist ein Warnsignal des Körpers und kann sehr unterschiedliche Ursachen haben.
Wer dauerhaft müde ist, sollte das ernst nehmen. Häufig stecken behandelbare Ursachen dahinter. Ein ärztlicher Check kann klären, was dem Körper Energie raubt und wie man sie zurückholt.
Nicht nur die Dauer zählt, sondern auch die Qualität. Häufiges Aufwachen, spätes Einschlafen, Alkohol oder ständige Bildschirmnutzung verhindert Tiefschlaf. Der Körper kommt nicht richtig zur Ruhe – Erschöpfung ist die Folge.
Müdigkeit ist eines der häufigsten Symptome von Depressionen. Betroffene fühlen sich energielos, innerlich schwer und wenig belastbar, oft ohne "klassische" Traurigkeit. Hält die Müdigkeit länger als zwei Wochen an und ist fast täglich vorhanden, sollte man genauer hinschauen, besonders wenn kein körperlicher Grund vorliegt.
Burnout entsteht nicht plötzlich, sondern durch langanhaltenden Stress – meist im Job, manchmal auch durch die Übernahme der Pflege von Angehörigen, Mehrfachbelastung oder Dauerverantwortung.
Die Erschöpfung fühlt sich dabei anders an als normale Müdigkeit: Eine Pause allein reicht nicht mehr. Ein erstes Warnsignal ist, wenn man sich selbst nach freien Tagen oder Urlaub nicht erholt fühlt. Auch das Gefühl, ständig "unter Strom" zu stehen, ist typisch.
Ein häufiger Grund, der besonders Frauen betrifft: Zu wenig Eisen führt dazu, dass der Körper weniger Sauerstoff transportiert. Typisch sind Müdigkeit, Blässe und Konzentrationsprobleme.
Einem Eisenmangel kann man durch einen regulären Laborbefund nach einer Blutabnahme schnell auf den Grund gehen. Neben Eisen-Supplements kann man auch eine Infusionstherapie beim Arzt machen.
B12 ist wichtig für die Nerven und die Blutbildung. Ein Mangel kann Müdigkeit, "Gehirnnebel" (auch "brain fog" genannt), Kribbeln oder Vergesslichkeit auslösen – auch ohne auffällige Blutwerte.
Vor allem im Winter verbreitet. Studien zeigen, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel mit Erschöpfung, Muskelschwäche und Antriebslosigkeit verbunden sein kann.
Das Immunsystem ist bei diesen ständig aktiv und verbraucht Energie. Betroffene fühlen sich erschöpft, kraftlos und "nie richtig fit", selbst bei ausreichendem Schlaf. Auslöser können wiederkehrende Infekte, unerkannte Entzündungen im Darm, Zahnfleischprobleme oder Autoimmunprozesse sein.
Ein Labortest, der Blut auf bestimmte Marker untersucht, kann Auskunft geben.
Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Das Immunsystem greift das Organ an. Betroffene berichten häufig von starker Müdigkeit, selbst wenn die Blutwerte scheinbar "normal" sind. Doch bestimmte Werte können helfen, Licht ins Dunkel zu bringen: Zur Abklärung sollten neben TSH auch die Schilddrüsenwerte fT3 und fT4 sowie die Antikörper TPO-AK und Tg-AK bestimmt werden.
Viele Arzneimittel machen müde – etwa bestimmte Allergie-, Schmerz- oder Beruhigungsmittel. Auch Alkohol verschlechtert die Schlafqualität deutlich, selbst in kleinen Mengen. Regelmäßiger Konsum kann Schläfrigkeit untertags noch fördern.
Nach Virusinfektionen – etwa Grippe oder Covid – kann Müdigkeit wochen- oder monatelang bestehen bleiben. Long-Covid hat in den letzten Jahren mehr Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt. Ruhe für Betroffene hilft dann oft nur begrenzt. Die Abklärung beim Mediziner ist dringend notwendig, um weitere Schritte zu setzen.