Erziehung

Diesen Satz solltest du nie zu deinem Kind sagen

Hast du deinem Kind schon einmal gesagt: "Weil ich es sage"? Experten warnen, dass dieser Satz später einen negativen Einfluss haben kann.
Heute Life
26.01.2026, 16:42
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In Sachen Kindererziehung gibt es laufend neue Erkenntnisse, wie sich bestimmte Methoden auf das spätere Leben auswirken. Ein Klassiker, der oft dann kommt, wenn die Geduld am Ende ist oder die Argumente ausgehen: "Weil ich es sage." Genau dieser Satz aus der autoritären Erziehung kann aber negative Folgen für Kinder haben.

Das ist autoritäre Erziehung

Bei der autoritären Erziehung geht es um einen strengen Stil mit vielen Regeln und wenig Herzlichkeit. "Am einfachsten lässt sich autoritäre Erziehung so erklären: viel Struktur, wenig Wärme", sagt Emily Pelky, eine Ehe- und Familientherapeutin aus Kalifornien, gegenüber der "Huffpost". Auch die Sozialarbeiterin KaiLi McGrath meint: "Ich sehe darin einen Erziehungsstil, der stärker auf Gehorsam und Kontrolle ausgerichtet ist als auf den Aufbau einer Beziehung."

Zu diesem Stil gehören auch Strafen, wenn ein Kind nicht das macht, was erwartet wird. Warum gewisse Regeln gelten, wird den Kindern dabei selten erklärt. Kommt dann eine Frage nach dem Warum, folgt oft: "Es ist so, weil ich es sage."

Selbstwertgefühl, Unsicherheit

Laut McGrath ist das deshalb schwierig, weil Kinder so nicht verstehen, worum es eigentlich geht. "Ein Kind hört einfach 'Mach das' oder bekommt Ärger für etwas, von dem es gar nicht weiß, dass es ein Problem ist – und damit ist das Gespräch beendet." Viele autoritäre Eltern sehen das Kind nicht als Teil einer Beziehung, sondern als jemanden, den man kontrollieren muss – oft ohne es selbst zu merken.

Kinder, die so aufwachsen, kämpfen später oft mit geringem Selbstwertgefühl, Unsicherheit und innerer Unruhe. "Was ich interessant finde bei der Forschung zu diesem Thema: Oberflächlich betrachtet bekommt man als Eltern, was man sich wünscht: ein gefügiges Kind, das sich an die Regeln hält", so Pelky gegenüber der "Huffpost".

„Genau diese Kinder kämpfen oft mit dem Gefühl, nicht genug zu sein.“

"Doch unter der Oberfläche kämpfen genau diese Kinder – selbst wenn sie die besten Schüler in ihrer Klasse sind – oft mit dem Gefühl, nicht genug zu sein, und mit Angst, weil ihr Wert stark an Leistung und das Erfüllen externer Erwartungen geknüpft ist", ergänzt Pelky. Solche Kinder trauen sich auch weniger zu, eine Führungsrolle zu übernehmen, und haben mehr Angst davor, Fehler zu machen oder jemanden zu enttäuschen, wie McGrath erklärt.

Treffen keine Entscheidungen

Diese Gefühle hängen damit zusammen, wie Kinder lernen, ihren eigenen Wert zu sehen: Wer die Regeln befolgt, ist "gut", wer sie bricht, ist "schlecht". "Das führt dazu, dass Kinder verinnerlichen, ihr Wert hänge von ihrer Leistung oder ihrem Gehorsam ab", sagt Pelky. Im Erwachsenenalter sind sie dadurch oft unsicherer und tun sich schwer, selbst Entscheidungen zu treffen. "Solche Kinder haben gelernt, die Entscheidungen einer Autoritätsperson zu überlassen, anstatt auf das eigene Bauchgefühl zu hören oder sie nach eigenen Maßstäben abzuwägen."

Aus Angst, jemanden zu enttäuschen oder als "schlecht" zu gelten, werden diese Kinder als Erwachsene oft konfliktscheu und passen sich lieber an, auch wenn es ihnen selbst schadet. Falls du dich darin wiedererkennst, gibt es aber Hoffnung, meint Pelky: "Es gibt Unterstützung. Du kannst lernen, deine Emotionen zu regulieren und dir jene Wärme zu geben, die dir in deiner Kindheit vielleicht gefehlt hat." Dazu gehören Therapie, Selbsthilfebücher oder auch der Austausch mit anderen Betroffenen.

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