Schwiegermütter haben bei uns keinen leichten Stand. Sie gelten oft als die Bösen – egal, ob in Witzen, in Filmen oder sogar bei der Namensgebung für stachelige Kakteen. Ein prominenter Fall heizt schlechten Ruf jetzt noch mehr an: Glaubt man den neuesten Vorwürfen von Brooklyn Beckham, zählt auch seine Mutter Victoria zum Schwiegermonster-Club.
In einem Posting auf Instagram beschreibt Brooklyn Beckham die schwierige Stimmung in der Familie. Besonders brisant: Seine Eltern Victoria und David sollen alles versucht haben, um die Beziehung mit Nicola Peltz zu sabotieren. So habe Victoria plötzlich abgesagt, Nicolas Hochzeitskleid zu machen – obwohl sich Nicola schon sehr darauf gefreut hatte. In letzter Minute musste sie "in aller Eile ein neues Kleid finden". Noch Wochen vor dem großen Tag hätten die Eltern Druck gemacht und sogar versucht, Brooklyn mit Geld zu bestechen, damit er die Rechte an seinem Namen abgibt. Selbst den romantischen Hochzeitstag am wichtigsten Tag im Leben ihres Sohnes soll Victoria Beckham runiert haben.
Dass das Bild vom Schwiegermonster nicht nur ein Witz ist, zeigen auch Studien. Schwiegereltern haben tatsächlich Einfluss auf das Glück eines Paares. "Die Problematik beginnt oft mit der Veränderung im Familiensystem", sagt Patricia von Schwiegerschwestern.com, einer Plattform, die Betroffene unterstützt, gegenüber "20 Minuten". "Mit der Schwiegertochter verändert sich das Familiengefüge automatisch – der Partner bildet mit ihr eine neue Einheit."
Viele Schwiegermütter würden sich mit dieser neuen Rolle schwer tun. "Das kann Verlustängste auslösen und führt oft zu einer Abwehrhaltung", erklärt Patricia. Besonders schwierig wird es, wenn die Schwiegermutter auf ihre alten Rechte besteht. Dann muss sich die Schwiegertochter ihren Platz erst erkämpfen.
Ein weiterer Knackpunkt: Die Frauen haben sich nicht ausgesucht. "Sie stammen aus unterschiedlichen Generationen, passen vielleicht charakterlich nicht zusammen – und trotzdem sind sie durch die Familie gezwungen, sich dauernd miteinander auseinanderzusetzen."
Hinter all dem stecken meist starke Gefühle. "Bei Schwiegermüttern sind es neben Verlust- und Ausschlussängsten oft auch Sorgen, dass ihre früheren Leistungen – wie die Fürsorge für den Sohn – nicht genügend anerkannt werden", so die Expertin.
„"Bei Schwiegermüttern sind es neben Verlust- und Ausschlussängsten oft auch Sorgen, dass ihre früheren Leistungen – wie die Fürsorge für den Sohn – nicht genügend anerkannt werden.“
Auch bei Schwiegertöchtern gibt es oft unbewusste Ängste: "Zum Beispiel, dass sie von der Familie ihres Partners nicht wirklich akzeptiert werden oder zu Hause nicht selbst bestimmen können", sagt Patricia. Diese Ängste zeigen sich dann oft als Wut oder in einer Abwehrhaltung.
Viele suchen erst dann Hilfe, wenn es gar nicht mehr anders geht – oft nach der Geburt von Kindern. "Kinder verschärfen die bestehenden Probleme, weil sich die Berührungspunkte häufen – und meistens eskaliert der Konflikt erst dann so richtig."
Die Folgen für Seele und Körper können schwer sein: "Frauen, die jahrelang in so einem Konflikt stecken, sind nicht nur psychisch angeschlagen, sondern entwickeln oft auch körperliche Beschwerden wie Angstzustände oder Erschöpfung."
Auch die Beziehung leidet. "Die Partnerschaft wird fast immer stark belastet, weil man die Herkunftsfamilie nicht einfach aus dem Alltag streichen kann", so Patricia. Es braucht dann viele Gespräche, wie viel Kontakt noch Sinn macht.
Doch was tun, wenn der Partner die Probleme kleinredet oder sich nicht klar positionieren will? "Das ist ein großes Problem", sagt die Expertin. "Der Partner hat in dieser Dreiecksbeziehung am meisten Einfluss und ist der Einzige, der den Konflikt mit einer klaren Haltung wirklich lösen kann."
Fehlt diese klare Position, droht ein endloser Kreislauf aus Grenzüberschreitungen und Frust. "In so einem Fall raten wir dazu, zuerst an der Paarbeziehung zu arbeiten und erst danach die Beziehung zwischen Schwiegertochter und Schwiegermutter in Angriff zu nehmen."
Was bei Promis für Schlagzeilen sorgt, läuft im Alltag oft stiller ab – aber nach denselben Regeln: Viele Konflikte entstehen durch Missverständnisse und unausgesprochene Erwartungen. Reden ist das Um und Auf. Klare Absprachen, wie du und dein Partner mit Erziehung, Besuchen oder Einmischungen umgehen wollt, helfen. Wichtig: Diese Gespräche solltest du mit deinem Partner führen – nicht im direkten Schlagabtausch mit der Schwiegermutter. Die Plattform Schwiegerschwestern.com bietet außerdem kostenlose Webinare an, um einen Weg aus dem Dauerstreit zu finden.