Wer Angehörige pflegt, lebt meist mit einer Doppelbelastung. Mit der Verantwortung für ein Familienmitglied gehen körperliche, emotionale und auch organisatorische Lasten einher. Das kann auf Dauer krank machen.
Wir zeigen dir, welche Hilfeleistungen du in Anspruch nehmen kannst und wie dir das Netzwerk für pflegende An- und Zugehörige des Fonds Soziales Wien zusätzlich unter die Arme greift.
Ein Pflege-Burnout beschreibt den Zustand chronischer Erschöpfung bei Menschen, die durch Pflegetätigkeit überlastet sind – dies kann professionelle Pflegekräfte betreffen, aber eben auch Menschen, die An- und Zugehörige pflegen.
Typische Symptome sind starke körperliche Erschöpfung, emotionale Leere, Reizbarkeit und Schlafprobleme, sowie das Gefühl massiver Überforderung. Wer für andere da sein möchte, braucht ausreichend Kraft. Darum ist es wichtig, rechtzeitig zu handeln, wenn eine Überforderung wahrgenommen wird.
Der Pflegeaufwand verändert sich oft schleichend: Anfangs organisierst du nur ein paar Arzttermine oder übernimmst Einkäufe. Doch mit der Zeit und dem Fortschreiten der Erkrankung, können immer mehr Aufgaben auf die pflegenden Angehörigen zukommen.
Der regelmäßige Austausch im Netzwerk für pflegende An- und Zugehörige mit Expert:innen oder anderen Betroffenen sensibilisiert dich dafür, einen gesunden Umgang mit der Situation zu finden, ohne dich selbst zu vernachlässigen.
Sei es durch Weiterbildungsformate, Begleitung oder Beratung zu möglichen Unterstützungsangeboten. Einzige Voraussetzung für die Inanspruchnahme von diesem kostenlosen Angebot ist, dass die zu pflegende Person ihren Lebensmittelpunkt in Wien hat.
Es ist wichtig, sich auch einmal auf neutralem Boden über Gefühle oder Gedanken äußern zu können, mit Menschen, die sich auskennen. Mit dem Selfcare Point bietet das Netzwerk für pflegende An- und Zugehörige genau das – niederschwellig im Bezirk.
Mit Sprechstunden in ausgewählten Bezirksvorstehungen profitierst du nicht nur von Frage- und Austauschmöglichkeiten, sondern kannst dich auch in pflegerischen, medizinischen, rechtlichen und sozialen Belangen mit einer Expertin oder einem Experten austauschen.
Oftmals fehlt das Wissen darüber, dass es Entlastungsangebote gibt. Informiere dich, welche in deinem Bundesland für dich zur Verfügung stehen. Auf der Seite des Sozialministeriums findest du weitere Informationen dazu.
Du musst nicht alles alleine stemmen: In Wien bietet der Fonds Soziales Wien eine breite Palette an Hilfestellungen – vom bereits erwähnten Netzwerk für pflegende An- und Zugehörige, bis hin zu mobiler Pflege, Tageszentren für Senior:innen und vielem mehr.
Die Beziehung zu Mutter, Vater, Kindern oder auch die Partnerschaft kann unter der Pflegesituation leiden. Es ist schwer, die emotionale Bindung von der Pflegeaufgabe zu trennen. Umso wichtiger ist es, sich selbst Freiräume zu schaffen und bewusst die Beziehungen zu pflegen:
So können beispielsweise unterstützende Angebote – wie mobile Pflege oder die FSW-Tageszentren - Auszeiten schaffen. Auch das Aneignen von Wissen, wie es das Netzwerk für pflegende An- und Zugehörige in eigenen Formaten anbietet, kann einem dabei helfen, die Situation besser zu verstehen.
Zudem können therapeutische Angebote hilfreich sein. Für das Miteinander kann es positiv sein, familiäre Rituale zu etablieren, die nichts mit Pflege zu tun haben. Beispielsweise indem man Zeiträume schafft, in denen man bewusst mit der zu pflegenden Person Zeit verbringt und diese qualitätsvoll gestaltet, z.B. mit Gesprächen zu früher, ein gemeinsames Blättern durch Fotoalben oder ein Spaziergang an der frischen Luft.
Regelmäßige Auszeiten, soziale Kontakte und Bewegung helfen, um langfristig gesund zu bleiben. Plane bewusst "Pflege-freie" Zeiten ein – und nutze diese für dich. Nur wer sich selbst gut behandelt, kann auch für andere da sein.
Gerade für Senior:innen bieten die FSW-Tageszentren eine perfekte Unterstützung, da du so für einen bestimmten Zeitraum oder bestimmte Tage Freizeit für dich schaffst, ohne das Gefühl, deine Liebsten zu vernachlässigen. Auch gibt es beim Fonds Soziales Wien Angebote wie einen stundenweisen Besuchsdienst oder eine Alltagsbegleitung.
Pflege braucht ein ganzes Netzwerk – und das gibt es in Wien. Wer Unterstützung zulässt, schützt nicht nur sich selbst, sondern ermöglicht auch die bestmögliche Betreuung für die Liebsten.
Weitere Infos zu Pflege-Angeboten und Förderungen: www.fsw.at oder in unserem Kanal Sozial sicher in Wien.
Dieser Artikel beruht auf einer Medienkooperation mit HEUTE und ist mit finanzieller Unterstützung des Fonds Soziales Wien entstanden.