Zum Start der Entwicklermesse WWDC in San Francisco hat Konzernchef Tim Cook am Montag tief in die Trickkiste gegriffen. Was als eher fade Info-Veranstaltung begann, hatte dann doch einige Kracher zu bieten. So wurde das neue Mobil-Betriebssystem iOS 9, das Mac-Betriebssystem El Capitan, die neue "News"-Nachrichtensammlung und ein eigener Musikdienst "Apple Music" vorgestellt.
Zum Start der Entwicklermesse WWDC in San Francisco hat Konzernchef Tim Cook am Montag tief in die Trickkiste gegriffen. Was als eher fade Info-Veranstaltung begann, hatte dann doch einige Kracher zu bieten. So wurde das neue Mobil-Betriebssystem iOS 9, das Mac-Betriebssystem El Capitan, die neue "News"-Nachrichtensammlung und ein eigener Musikdienst "Apple Music" vorgestellt.
iOS 9
Freut vor allem Nutzer von iPhones und iPads mit geringen Speicherkapazitäten: iOS 9 braucht nur 1,3 Gigabyte an Speicherplatz. bei iOS 8 waren es noch mehr als vier Gigabyte. Vielkritisiert wurde auch, dass Apple Nutzer älterer Modelle neue Betriebssysteme verwehrt. Auch das ändert sich: Überall, wo iOS 8 läuft, soll auch iOS 9 laufen.
Im Juli startet die Testphase, im Herbst soll es die finale Version von iOS 9 natürlich gratis zum Download geben. Sprachassistentin Siri soll nun noch mehr Aufforderungen verstehen. "Proactive" soll dafür Google Now Konkurrenz machen - per Nachricht erhaltene Termine etwa im Kalender speichern oder beim Einstecken von Kopfhörern Musik abspielen. Weitere Details zu Inhalten hat man sich bei der Präsentation leider gespart.
El Capitan
Die neue OS X Version heißt El Capitan und soll vor allem auf Nutzerfreundlichkeit abzielen und das Tempo beim Arbeiten erhöhen. Der neue Safari-Browser ermöglicht die Erkennung, in welchem Tab gerade Musik oder Werbung läuft - Stummschalten soll so nicht mehr zum Spießroutenlauf werden.
Außerdem kann man im Betriebssystem den Bildschirm nun zweiteilen. Wie Cook erklärte, wurde auf große Neuerungen verzichtet und dafür das Bestehende schneller und besser gemacht. El Capitan soll ebenfalls im Herbst kostenlos zum Download bereitstehen.
News
Was keinem bisher wirklich gut gelungen ist, will Apple schaffen: einen digitalen Kiosk mit Nachrichten. Die "News" genannte Funktion, die in den USA, Großbritannien und Australien startet, gibt dem User eine minimale Auswahl an Nachrichtenquellen vor.
Die App lernt daraus den Geschmack des Nutzers kennen und liefert immer mehr ähnliche Nachrichten und Nachrichtenquellen.
Auf der nächsten Seite: Apple Music, Multitasking und Neues zur Apple Watch
Multitasking am iPad und Kleinigkeiten
Das Apple-Tablet unterstützt nun Multitasking, mehrere Apps können gleichzeitig angezeigt werden. Bei Apple heißt das Split View, auch eine Bild in Bild Funktion ist angedacht (ebenfalls für das iPhone in minimalistischer Form). Leider soll es das bei den Tablets nur für iPad Air, iPad Air 2, iPad mini 2 und iPad mini 3 geben.
In der Maps-App werden dagegen öffentliche Verkehrsverbindungen forciert - Wien wird hier aber nicht an erster Stelle stehen. In der Notiz-App kann man dafür künftig munter draufloskritzeln und etwa Skizzen zeichnen. Eine Umbenennung bekommt Passbook, das wird künftig Wallet heißen. Und Apple Pay wird verstärkt, ebenfalls für den Öffi-Verkehr. Wir kennen es schon: Wien muss warten.
Apple Music
Nach gut zwei Stunden Präsentationszeit packte Cook schließlich ein kleines "One More Thing" aus. Apple Music ist ein neuer Streamingdienst. Apple hat dazu eine eigene Radiostation "Beats 1", die rund um die Uhr täglich senden soll. Gleichzeitig sollen Musik-Newcomer ihre Stücke auf Apple Music hochladen können und so ein Karrieresprungbrett erhalten. Die Musikstücke sollen dem Nutzer nicht allein durch Algorithmen eingespielt werden, auch Musikexperten würden händisch Songs bewerten und einordnen. Zur Präsentation wurde auch Musiker Drake auf die Bühne geholt. Gezeigt wurde auch, wie sich intelligente Playlisten nach dem User-Geschmack anlegen lassen, die sich selbstständig verändern.
Zudem gibt es jede Menge Musikclips neben den Audio-Streams. Apple Music soll bereits am 30. Juni in über 100 Ländern starten - Das klingt doch auch mal für Österreich gut. Und: Es soll nicht nur auf Apple-, sondern auch auf Android-Geräten laufen, das allerdings erst im Herbst. Das ist eine Kampfansage! Mit "Connect" sollen Künstler außerdem exklusive Songs mit ihren Fans teilen können. Kosten von Apple Music: Drei Monate gratis, dann 9,99 Dollar pro Monat. Bis zu sechs Familienmitglieder zahlen gemeinsam 14,99 Dollar im Monat.
watchOS
Noch gibt es die Apple Watch nicht einmal in Österreich, schon hat sie eine neue Version spendiert bekommen. "WatchOS 2" bietet eine Alarmfunktion, eine Beantwortungsfunktion für Mails, die Integration von Fitness-Apps und eine Steuerungsfunktion.
Ist ein Gerät kompatibel, nehmen wir mal die Klimaanlage im Büro, dann kann über die digitale Krone die Raumtemperatur gesteuert werden. Außerdem sind Facetime-Audio-Anrufe über das Handgelenk möglich. Weniger spektakulär: Es werden neue Designs für die Uhr-Hintergründe veröffentlicht. Wartezeit ebenfalls bis Herbst.