April bricht Rekorde – So kalt wie seit 1997 nicht mehr

Frostnächte bereiten zur Blüte den Obstbauern im Land jedes Jahr große Sorgen.
Frostnächte bereiten zur Blüte den Obstbauern im Land jedes Jahr große Sorgen.FABRICE COFFRINI / AFP / picturedesk.com
Der April 2021 war der kälteste in diesem Jahrtausend. Mit seinen vielen Frosttagen stellte er regional einige neue Rekorde auf. Die Bilanz im Detail.

Der April 2021 schließt über ganz Österreich betrachtet etwa 2 Grad kälter als im klimatologischen Mittel von 1981 bis 2010 ab. Nach Angaben der Experten der Österreichischen Unwetterzentrale (www.uwz.at) war der vergangene Monat sogar der kälteste April seit dem Jahr 1997.

In weiten Teilen des Landes war es allerdings auch sehr trocken, so gab es im Tiroler Oberland sogar weniger als 20 Prozent Niederschlag eines durchschnittlichen Aprils. Nur vereinzelt wie etwa in den Niederösterreichischen Voralpen wurde das Soll übertroffen.

Niederschlagsabweichungen
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Deutlich zu kalt

Im Vergleich zum Mittel von 1981 bis 2010 schließt der April 2021 im Flächenmittel mit einer Abweichung von -2 Grad deutlich zu kalt ab. "Besonders markante Abweichungen um -2,5 Grad findet man im Norden und Osten des Landes", analysiert Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale. "Die relativ kältesten Orte des Landes mit einer Abweichung von -2,6 Grad waren Neusiedl am See und Retz".

Etwas geringer fallen die Abweichungen mit etwa -1 Grad zum Mittel dagegen im Süden und Westen aus. Der wärmste Tag des Monats war entgegen den Erwartungen gleich der Monatserste, als im Südosten vielerorts der einzige Sommertag des Monats verzeichnet wurde.

Temperaturabweichungen
TemperaturabweichungenUBIMET

Örtlich neue Monatsrekorde

Verantwortlich für die kalte Bilanz waren zahlreiche Nordlagen, so führte etwa das Skandinavientief Ulli am Ostermontag von Norden her wieder arktische Luftmassen nach Österreich und vor allem in den Nordalpen gab es etwas Neuschnee. In den folgenden, teils klaren und windstillen Nächten vom 7. bis zum 9. wurden bei den Tiefstwerten örtlich neue Monatsrekorde aufgestellt:

-11,8 Grad Bad Mitterndorf (ST)
-9,9 Grad Windischgarsten (OÖ)
-8,9 Grad Zeltweg (ST)
-7,9 Grad Kleinzicken (B)
-7,1 Grad St. Andrä / Lavanttal (K)
-7,0 Grad Bad Tatzmannsdorf (B)
-7,0 Grad Graz Flughafen (ST)
-6,9 Grad Friesach (K)

Bemerkenswert ist laut den Meteorologen auch die deutlich überdurchschnittliche Anzahl an Frosttagen, vor allem im Westen gab es zwei- bis dreimal so viele Frosttage wie üblich. "Mit Klagenfurt, Innsbruck, Salzburg und Bregenz wurde in vier Landeshauptstädten ein neuer Spitzenwert für das aktuelle Jahrhundert aufgestellt", so der Meteorologe. Am Flughafen Salzburg gab es mit 12 Frosttagen sogar einen neuen Monatsrekord.

Abweichung der Sonnenscheindauer
Abweichung der SonnenscheindauerUBIMET

Im Westen sonniger April

Das Soll an Sonnenstunden wurde im April meist erreicht bzw. im Westen und Südwesten auch übertroffen. Der relativ sonnigste Ort war Feldkirch mit etwa 137 Prozent der üblichen Sonnenscheindauer, aber auch in Lienz und Innsbruck gab es meist ein Plus von etwa 25 Prozent. Von Niederösterreich bis in die Südoststeiermark war der Monat dagegen durchschnittlich sonnig.

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