Arbeitslosengeld für Ausländer ab dem zweiten Tag

Bild: Lisi Niesner/Heute

Nach der Familienbeihilfe nimmt sich die VP nun den größten Brocken vor: AMS-Geld. Denn: 24 Stunden in Österreich zu jobben, kann für einen EU-Ausländer reichen, um volle "Arbeitslose" zu erhalten.

Nach der Familienbeihilfe nimmt sich die VP nun den größten Brocken vor: AMS-Geld. Denn: 24 Stunden in Österreich zu jobben, kann für einen EU-Ausländer reichen, um volle "Arbeitslose" zu erhalten.

Klingt unwirklich, ist aber so: Ein Pole etwa, der einen Tag in Wien oder NÖ arbeitet und zurück nach Warschau zieht, bekommt für Monate volle österreichische "Arbeitslose". Vorausgesetzt, er hat in seiner Heimat im letzten Jahr 28 Wochen gearbeitet (diese Frist gilt auch für Inländer). Auf "Heute"-Nachfrage bestätigt das AMS einige Fälle, in denen Geld nach Rumänien oder Ungarn überwiesen wird. Und: Berechnet wird die "Arbeitslose" nicht nach dem polnischen Gehalt, sondern nach dem österreichischen – auch wenn der Betreffende nur einen Tag gearbeitet hat.

Aktuell gibt es bundesweit 102.000 arbeitslose Ausländer (mit Schulungen rund 150.000). Alleine in Wien sind 59.596 Ausländer ohne Job, in NÖ 15.093, in OÖ 14.832, im Burgenland 2.085 (Stand Jänner 2017). Die hochgerechneten Kosten pro Jahr (bei Annahme von je 800  AMS-Geld): 1 Milliarde Euro, rund 570 Millionen Euro alleine für Wien. Niederösterreichs VP mit drängt jetzt auf Änderungen: "Eine Mindestarbeitsdauer von drei Monaten für EU-Ausländer in Österreich, damit diese dann Arbeitslosengeld beantragen können, wäre gerechter." Aktuell ist auch eine Begutachtung einer EU-Verordnung im Gange, die ein Beschäftigungsminimum für Ausländer von drei Monaten vorsieht.

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