Frauen waren sediert

Arzt missbrauchte Patientinnen auf Gynäkologenstuhl

Ein Grazer Internist soll Patientinnen missbraucht und die Taten heimlich gefilmt haben. Auf seinem Handy wurden verstörende Aufnahmen gefunden.
André Wilding
14.06.2026, 08:00
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Ein schwerer Verdachtsfall erschüttert Graz. Ein Internist soll laut "Kronen Zeitung" in seiner Privatordination Patientinnen unter dem Vorwand medizinischer Untersuchungen dazu gebracht haben, sich auszuziehen. Einige Frauen sollen dabei sediert gewesen sein.

Die Untersuchungen sollen laut Vorwürfen nicht auf einer für Internisten üblichen Liege stattgefunden haben, sondern auf einem Gynäkologenstuhl. Der Mediziner soll die Frauen dort sexuell missbraucht und heimlich gefilmt haben.

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Termine nach Ordinationszeiten

Auffällig ist auch der Ablauf der Termine: Sie sollen nach den offiziellen Ordinationszeiten stattgefunden haben. Die Patientinnen betraten die Privatpraxis über einen Hintereingang. Sprechstundenhilfen waren demnach nicht anwesend, berichtet die Tageszeitung.

Aufgeflogen sein soll der Fall durch eine Patientin. Ihr war laut "Krone" ein Handy aufgefallen, dessen Kamera auf den Untersuchungsbereich gerichtet gewesen sein soll.

Bei den Ermittlungen wurden auf Datenträgern des Arztes zahlreiche Fotos und Videos sichergestellt. Darauf sollen nackte Frauen zu sehen sein. Viele Aufnahmen konnten bisher noch nicht zugeordnet werden. Sie reichen laut Ermittlungen bis ins Jahr 2012 zurück.

Untersuchungen vorgetäuscht

Acht Patientinnen konnten bisher befragt werden. Laut Gutachten soll der Arzt Untersuchungen im Intimbereich vorgetäuscht haben, die medizinisch nicht lege artis gewesen seien. Teilweise soll er dabei keine Handschuhe getragen haben, heißt es in dem Bericht weiter.

Der Verdächtige darf seinen Beruf inzwischen nicht mehr ausüben. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Er erklärte, sein Handeln sei stets medizinisch indiziert gewesen - die Filmaufnahmen seien mit mündlichem Einverständnis der Patientinnen erfolgt.

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