Die Ärztekammer will gegen die von der Politik beschlossenen Maßnahmen gegen Sozialbetrug im Gesundheitswesen vorgehen. Für Ärztekammer-Präsident Artur Wechselberger sind in diesem Zusammenhang sogar Ärztestreiks eine denkbare Möglichkeit. Wegen der umstrittenen Ausweiskontrollen für Patienten werde es Wechselberger zufolge zuerst aber eine Informationskampagne geben.
Im Kampf gegen E-Card-Missbrauch ist ab 1. Jänner 2016 eine Ausweispflicht in Spitalsambulanzen und bei niedergelassenen Ärzten für ihnen nicht bekannte Patienten vorgesehen. Zur Überprüfung ärztlicher Leistungsverrechnungen werden weiters Testpatienten der Krankenkassen als sogenannte "Mystery Shopper" in die Praxen geschickt.
Für Artur Wechselberger werde damit das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient gestört und die Bevölkerung generell in ein kriminelles Eck gestellt. Der Ärztekammer-Präsident kündigte eine Info-Kampagne an und wies darauf hin, dass es in Österreich gar keine Verpflichtung gibt, einen Ausweis mit sich zu führen.
Müssen Patienten heim Ausweis holen?
Man werde die Patienten zudem darauf aufmerksam machen, dass sie, wenn kein Notfall vorliegt, nicht behandelt und wieder weggeschickt werden könnten, um einen Ausweis zu holen.
Protestmaßnahmen bis hin zu Streiks sind für Wechselberger in diesem Zusammenhang zulässig. Denn im Streit über die neuen Arbeitszeitregelungen für Spitalsärzte hätten die Streikdrohungen zur Durchsetzung ihrer Forderungen beigetragen.
Offene Fragen bei ELGA
Bei der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA), die im Dezember 2015 in ersten Spitälern in Wien und der Steiermark starten soll, sind für Wechselberger immer noch viele Fragen offen. Es gehe um die Bedienerfreundlichkeit für die Ärzte und es gebe noch immer kein Vorblatt, auf dem man alle gesundheitlichen Problemstellungen des Patienten auf einen Blick erkennen kann.