Plagiatsvorwürfe – Aschbacher tritt als Ministerin zurück

Arbeitsministerin Christine Aschbacher
Arbeitsministerin Christine AschbacherHELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com
Paukenschlag Samstagabend: Die nach Plagiatsvorwürfen unter Druck geratene Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) tritt zurück.

Regierungsumbildung exakt ein Jahr nach dem Start von Türkis-Grün! Die glücklose Steirerin Christine Aschbacher (37) legt ihr Amt nieder, teilte sie am frühen Samstagabend in einer persönlichen Erklärung mit.

Via OTS lässt Aschbacher wissen, dass sie "die Aufgabe in der Bundesregierung als Ministerin für Arbeit, Familie und Jugend zutiefst erfüllt" habe. "Meine Arbeit als Ministerin habe ich mit vollem Einsatz für dieses Land geleistet und mit meinem Team das Beste gegeben."

Magisterarbeit in der Kritik

Wie berichtet, ist die Ministerin aufgrund ihrer Magisterarbeit zusehends unter Druck geraten. Sie "unterbiete alle wissenschaftlichen Standards", so der Plagiatsforscher Stefan Weber auf seiner Homepage. Die Ex-Ministerin kontert nun: "Meine Arbeiten zur Erlangung akademischer Grade habe ich stets nach bestem Wissen und Gewissen verfasst und der Beurteilung durch anerkannte Professoren vertraut. Alle jetzt erhobenen Vorwürfe, ich hätte die Arbeit während meiner Amtszeit als Ministerin verfasst und ich hätte vorsätzlich plagiiert, sind Unterstellungen und weise ich zurück. Diese Arbeiten werden von den jeweiligen Instituten, wie bei jedem anderen auch, auf üblichem Weg geprüft. Ein solches faires Verfahren steht jedem in diesem Land zu. So wie es bereits anderen, etwa Thomas Drozda, Johannes Hahn oder Bogdan Roscic und anderen zugestanden wurde."

Etwas weinerlich fügt sie an. "Meine Familie und ich erleben aber, dass die Medien und die politischen Mitstreiter, mir dieses faire Verfahren der Überprüfung nicht zugestehen und mich medial in unvorstellbarer Weise vorverurteilen."

Auch Aschbachers Familie gerate in den Fokus der Debatte, teilt sie mit: "Die Anfeindungen, die politische Aufgeregtheit und die Untergriffe entladen sich leider nicht nur auf mich, sondern auch auf meine Kinder, und das mit unerträglicher Wucht. Das kann ich zum Schutz meiner Familie nicht weiter zulassen. Aus diesem Grund lege ich mein Amt zurück. Darüber habe ich heute Bundeskanzler Sebastian Kurz in einem persönlichen Gespräch informiert."

Nachfolge offen, Gerüchteküche brodelt

Wer Aschbacher im Amt als ArbeitsministerIn nachfolgen wird, ist noch nicht bekannt. In den sozialen Netzwerken kursiert seit wenigen Stunden der Name von Helwig Aubauer, er ist Bereichsleiter Arbeit und Soziales in der Industriellenvereinigung. Eine Entscheidung von Kanzler Kurz wird für Montag erwartet. Derzeit steht sie noch aus.

Mit 100-Euro-Schein ins Fettnäpfchen

Aschbacher ist in ihrer kurzen Ära im Arbeitsministerium in einige Fettnäpfchen getreten. Spott und Häme erntete sie etwa für ihr öffentlichkeitswirksam inszeniertes Foto, auf dem sie für die "Krone" einem Baby einen Hunderter in die Hand drückte. Damit sollten die Corona-Hilfen für Familien symbolisiert werden. Den Fehler öffentlich eingesehen hat sie nie. Das Baby wollte zum Geld greifen, erklärte sie später. Auch in ZiB-2-Interviews glänzte die Dame, höflich formuliert, nicht mit profunden Kenntnissen. 

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