Speziell die Technikerinnen des ÖSV-Teams schlitterten in den vergangenen Weltcup-Wintern in die Krise. Während Nina Ortlieb und Conny Hütter bei den Speed-Bewerben noch die rot-weiß-roten Fahnen hochhielten, stand Kollegin Katharina Liensberger in der abgelaufenen Saison sinnbildlich für die Abwärtsspirale des Teams.
Nachdem sie bei der WM 2021 drei Medaillen abgeräumt hatte, zwei davon in Gold, in Peking Team-Olympiasiegerin geworden war, erlebte die Vorarlbergerin eine Saison zum Vergessen. Der Plan, mit Star-Trainer Livio Magoni den nächsten Schritt zur Seriensiegerin zu tätigen, schlug gehörig fehl. Liensberger musste nach dem Magoni-Aus zum Saisonende zurück in die Gruppe der Technikerinnen. Schluss mit dem Einzeltraining, das nicht fruchtete.
Jetzt ist Roland Assinger als neuer Rennsportleiter der österreichischen Ski-Damen dafür verantwortlich, dass Liensberger wieder in die Spur, ihre Kolleginnen den Anschluss an die Weltspitze finden. Der Bruder von ORF-Quizmaster Armin Assinger sagt über Liensberger: Es gibt keine "Extrawürste" mehr!
Der "APA" verrät er beim Sommertraining im Burgenland: "Viele Köche verderben den Brei. Das Sprichwort kommt nicht von irgendwo her." Das sei demnach auch bei "Vorzeigeathletin" Liensberger der Fall. "Dass die Kathi Ski fahren kann, steht außer Frage, das hat sie schon bewiesen."
Nicht nur für Liensberger weht unter der neuen Leitung ein anderer Wind. Assinger setzt unter anderem auf Disziplin, hat für das Trainingslager ein Handyverbot beim gemeinsamen Abendessen ausgesprochen, pocht auf Pünktlichkeit. Damit schlägt der Kärntner wohl ganz in die Kerbe von ÖSV-Vizeboss Patrick Ortlieb, der mit seiner Kritik an der "Wohlfühloase" im eigenen Team für Aufregung gesorgt hat.