Ein Asteroid von der Größe etwa eines halben Fußballfelds wird Freitag (15.2.) Abend in einer Entfernung von nur rund 28.000 Kilometern an der Erde vorbeifliegen. Das ist nach Angaben der NASA eine "Rekord-Annäherung", das Objekt wird deutlich näher vorbeiziehen, als geostationäre Satelliten, etwa Wetter- oder TV-Satelliten, der Erddrehung folgen (36.000 Kilometer).
Ein Asteroid von der Größe etwa eines halben Fußballfelds flog Freitagabend in einer Entfernung von nur rund 28.000 Kilometern an der Erde vorbei. Das ist nach Angaben der NASA eine "Rekord-Annäherung", das Objekt zog deutlich näher vorbei, als geostationäre Satelliten, etwa Wetter- oder TV-Satelliten, der Erddrehung folgen (36.000 Kilometer).
Verfolgt von Astronomen auf der ganzen Welt hat der Asteriod "2012 DA14" die Erde passiert. Um 20.24 Uhr mitteleuropäischer Zeit hatte der Himmelskörper mit 27.800 Kilometern seinen erdnächsten Punkt erreicht und entfernte sich danach wieder. Damit war der Asteroid dichter an der Erde als der Mond. Zu sehen war er allerdings nur mit guten Ferngläsern.
"Froh, dass er an uns vorbeipfeift"
Nur Stunden zuvor war , vor allem durch umherfliegende Glassplitter. Beide Himmelskörper hätten aber nichts miteinander zu tun, betonten Experten. "Was für ein aufregender Tag", sagte NASA-Forscher Paul Chodas.
"Das ist heute wie auf der Schießbahn mit gleich zwei Himmelskörpern." Chodas schätzte den russischen Meteoriten auf einen Durchmesser von 15 Metern. Das sei ein Drittel von "2012 DA14". "Wir sehen, was dieser Einschlag schon angerichtet hat und sind deshalb sehr froh, dass der Asteroid an uns vorbeipfeifft." Der Asteroid aus Silikatgestein misst etwa 50 Meter, seine Masse wird auf rund 130.000 Tonnen geschätzt.
Rekord-Annäherung
Seit Beginn der regelmäßigen Durchmusterung des Himmels nach möglicherweise bedrohlichen Asteroiden in den 1990er-Jahren haben die Wissenschafter nie ein Objekt dieser Größe gesehen, das der Erde so nahe kam.
Der am 23. Februar 2012 entdeckte Asteroid raste mit rund acht Kilometern pro Sekunde (etwa 29.000 km/h) Relativgeschwindigkeit zur Erde und zwischen den geostationären Satelliten und jenen Objekten, die im "Low Earth Orbit" zwischen 200 und 1.500 Kilometern die Erde umkreisen, wie etwa die Internationale Raumstation ISS (400 Kilometer), hindurch.
Sicherheitsvorkehrungen
Eine Kollision des Asteroiden mit einem Satelliten sei zwar "extrem unwahrscheinlich", die NASA informierte Satellitenbetreiber dennoch mit den aktuellen Berechnungen der Flugbahn von "2012 DA14".
145 Mrd. Euro wert
Der Asteroid könnte nach Ansicht von Experten bis zu 145 Milliarden Euro wert sein. Wenn nur zehn Prozent seiner Masse aus wertvollen Rohstoffen wie Eisen und Nickel bestünden, seien diese nach derzeitigen Marktpreisen bereits 130 Milliarden Dollar wert, teilte das Unternehmen Deep Space Industries mit. Schätzungsweise fünf Prozent des Asteroiden seien nutzbares Wasser, das rund 65 Milliarden Dollar koste.
Weil der Asteroid schräg an der Erde vorbeiflog, hätte es nach Ansicht der Experten jedoch zu viel Energie gekostet, die Rohstoffe und das Wasser abzubauen. Das im US-Bundesstaat Virginia ansässige private Unternehmen Deep Space Industries plant für die Zukunft, auf Asteroiden wertvolle Rohstoffe abzubauen - allerdings nach eigenen Angaben nicht vor 2020.
Der Asteroid bewegte sich pro Minute um etwa den eineinhalbfachen Vollmonddurchmesser über den Nachthimmel. Weiter nach Norden verlangsamte sich der Lauf des Asteroiden, der sich dann wieder von der Erde entfernte.