Nicht nur für Agenten im Dienste Ihrer Majestät

Der Aston Martin DBS mit Sechszylinder stand immer im Schatten der DB4- bis DB6-Modelle. Dabei spielte er in einem Bond-Film eine wichtige Rolle.
1969 gab es für James-Bond-Fans einige Neuigkeiten zu verdauen: So wurde 007 im neuen Film von George Lazenby verkörpert und sein Dienstwagen war erstmals ein Aston Martin DBS. Dass James Bond statt eines V8-Sportwagens "nur" einen Seschszylinder bewegte, hatte einen einfachen Grund.

Denn eigentlich war der Aston Martin DBS, der 1967 in Paris erstmals gezeigt wurde, durchaus für den in Entwicklung begriffenen V8-Motor konzipiert worden. Daher rührt auch die größere Breite von rund 1,8 Metern. Doch der neue Motor war Ende 1967 noch nicht produktionsreif und so setzte man halt den bekannten Reihensechszylinder aus dem DB6 in Normal- und Vantage-Spezifikation in den breiten Bug.

Viel Kraft

Auch so konnten 286 respektive 330 DIN-PS an die Hinterachse gesandt werden. Komplett neu war hingegen die Hinterachse, die nach dem DeDion-Prinzip konstruiert war, während vorne Dreiecksquerlenker für die Radführung sorgten. Gebremst wurde natürlich über Scheibenbremsen, die hinteren waren innenliegend montiert.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Durch ein Zurückversetzen des Motors konnte die Gewichtsverteilung gegenüber dem DB6 optimiert werden, als Leergewicht versprach Aston Martin rund 1.600 kg und damit nur 35 kg mehr als beim DB6.

Für anspruchsvolle Genießer mit dicker Geldbörse

Allerdings kostete der DBS mit 4.473 Pfund fast 35 Prozent mehr als der DB6. Das war auch hierzulande ähnlich viel, wie für einen Zwölfzylinder-Ferrari oder einen Achtzylinder-Maserati anzulegen waren.

Immerhin erhielt man dafür auch ein gut ausgestattetes und elegantes Coupé, dessen Design von William Towns stammte, der später auch den spektakulären Lagonda für Aston gestaltete.

Im Dienste Ihrer Majestät

Als die James-Bond-Filmemacher 1968 nach einem modernen Auto für ihren Leinwandagenten suchten, wurden sie bei Aston Martin fündig. So wurde Bond für den Film "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" mit einem DBS Vantage ausgestattet. Der Wagen hatte im Film mit Ausnahme eines Gewehrfachs keine besonderen Geheimdienst-Extras vorzuweisen und war auch nur in wenigen Szenen zu sehen.

Darunter war aber die dramatische Schlussszene, als der frisch mit Tracy verheiratete Bond in die Flitterwochen aufbricht, und diese bereits beim ersten Marschhalt ermordet wird. Der Lazenby-Bond gilt als wenig erfolgreich, tatsächlich aber spielte damals kein anderer Film in den USA am ersten Tag mehr Geld ein als dieser Streifen.

Auf den Verkaufserfolg des DBS wirkte sich der Filmerfolg allerdings kaum aus. Er blieb als Sechszylinder eine Randerscheinung.

Der V8 kam doch noch

Ein stärkerer Motor tat also not, vorgestellt wurde der DBS V8 dann bereits 1969. So ganz bereit war er allerdings noch nicht, ausgeliefert wurden die ersten Exemplare dann im Jahr 1970. Optisch waren die Unterschiede gering, leistungsmäßig und vor allem bezüglich Drehmoment war der Abstand deutlicher. Die letzten Sechszylinder wurden allerdings noch bis ins Jahr 1972 verkauft.

Das Ende des DBS kam allerdings deutlich später, nämlich 1989, als der letzte Abkömmling aus der Produktion genommen wurde. DBS hießen die Autos allerdings schon lange vorher nicht mehr, denn nicht nur hatte Besitzer David Brown den Hersteller Aston Martin 1972 (für 100 Pfund) verkauft, auch sein Kürzel "DB" überlebte ihn nicht.

Weitere Informationen, technische Daten, viele Fotos und einen Verkaufsprospekt gibt es auf www.zwischengas.com.

(red)

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FahrberichtMotorOldtimerAston Martin

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