Asyl: Weniger Anträge, mehr Abschiebungen

Der Eingangsbereich zum Bundesamt für Fremdenwesen (BFA).
Der Eingangsbereich zum Bundesamt für Fremdenwesen (BFA).Bild: picturedesk.com
Die aktuellen Asylzahlen für Österreich zeigen einen Rückgang bei den gestellten Anträgen, allerdings einen Anstieg bei den durchgeführten Abschiebungen.
Am Mittwoch wurden im Innenministerium die aktuellen Asylzahlen für das Jahr 2019 präsentiert. Der zuständige Gruppenleiter Wolfgang Taucher verriet zum Beispiel, dass es 13 Prozent mehr Abschiebungen gab als im Jahr davor. Die Zahl der gestellten Asylanträge (12.511) ist 2019 um neun Prozent geringer als im Jahr davor.

Abgearbeitet



Die 183.000 Asylanträge, die seit 1. Jänner 2015 gestellt wurden, seien abgearbeitet. Für das Jahr 2019 lässt sich ein sinkender Trend feststellen: Im Gegensatz zu den EU-weiten Zahlen ist die Anzahl der gestellten Asylanträge in Österreich rückläufig. 12.511 Asylanträge gab es 2019, ein Rückgang von 9 Prozent.



CommentCreated with Sketch.21 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2015 hatte allein der Oktober mehr Anträge zu verzeichnen als im ganzen Jahr 2019: Damals waren es 12.308.

Auch beim Abarbeiten gibt es Positives zu vermelden: Die Behörde ist um 43 Prozent effizienter als noch am Ende von 2018. Mit Ende des Vorjahres sind "nur" 3.700 Asylverfahren in erster Instanz offen. Die durchschnittliche Verfahrensdauer in erster Instanz konnte auf unter drei Monate gedrückt werden.



Die Abschiebungen hingegen sind um 13 Prozent gestiegen. Ein wichtiger Grund für die Abschiebung: Straffälligkeit. Jedes Monat waren durchschnittlich 45 Prozent der Abgeschobenen strafrechtlich verurteilt.

Die meisten Asylsuchenden 2019 kamen aus Afghanistan, Syrien und Somalia. Die Anträge aus Afghanistan und Syrien kommen allein auf 45 Prozent.



Östliche Mittelmeerroute



Ein neues Schleppersystem entlang einer östlichen Mittelmeerroute identifizieren die Verantwortlichen anhand der steigenden Anträge aus Marokko. Großen Handlungsbedarf gäbe es hier, weil Marokko als sicheres Herkunftsland gilt - das heißt, man darf dahin abschieben.

Grundsätzlich ist aber auch dieser Trend rückläufig: 11 Prozent weniger illegale Fremde wurden 2019 aufgegriffen. Das sind allerdings immer noch 224 Schlepper und ca. 2.400 geschleppte Personen. Dazu kommen noch 6.100 rechtswidrig Eingereiste sowie 10.400 rechtswidrig aufhältige Personen, die von der Polizei aufgegriffen wurden.

Freiwillige Ausreisen gab es im Jahr 2019 natürlich auch. Hier nennt das Innenministerium eine Prozentzahl: Von 12.245 Ausreisen erfolgten 45 Prozent freiwillig, 55 Prozent gingen zwangsweise vonstatten.

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