Asylwerber während Lehre abschieben "verrückt"

Die Liste der Mangelberufe soll regionalisiert und erweitert werden. Gleichzeitig werden Asylwerber, die eine Lehre machen, abgeschoben. Für Landesrat Rudolf Anschober "verrückt".
Weil die Liste der Mangelberufe erweitert werden soll, brachte der oberösterreichische Integrationslandesrat Rudolf Anschober eine Initiative ein. Er und seine Mitstreiter fordern, dass Asylwerber ihre Lehre fertig machen dürfen und zumindest zwei Jahre lang eine Arbeitsmöglichkeit haben.

Derzeit wird die Ausbildung oft durch eine drohende Abschiebung unterbrochen. Seit 2015 ist der Lehrstellenmarkt für Asylwerber bei Mangelberufen zwar geöffnet. Bei negativen Bescheiden erfolgt aber trotzdem eine Abschiebung, so dass diese ihre Lehre nicht abschließen können. Für Anschober ist diese Praxis "verrückt", wie er bei einer Pressekonferenz am Freitag sagte.



CommentCreated with Sketch.53 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Katharina Stemberger bei der Pressekonferenz (Quelle: Video3)

Zusammen mit der Schauspielerin und Vorstandsvorsitzenden des Integrationshauses und Ex-ÖVP-Politiker Ferry Maier fordert Anschober deshalb das deutsche System zu übernehmen.

Dort können Flüchtlinge drei Jahre in Lehre gehen und dann noch zwei Jahre am Arbeitsmarkt tätig werden, ohne von Abschiebung bedroht zu sein. Bewährt sich das Dienstverhältnis, ist auch ein weiterer Verbleib an der Arbeitsstelle möglich.

"Arbeitsmarkt für Flüchtlinge öffnen"

Der frühere Raiffeisen-Generalsekretär, ÖVP-Abgeordnete und Flüchtlingskoordinator Ferry Maier trat bei der Pressekonferenz zudem dafür ein, grundsätzlich den Arbeitsmarkt für Asylwerber nach sechs Monaten zu öffnen.

Im Europäischen Parlament liege derzeit bereits ein entsprechender Vorschlag. Auch das wäre Teil von Integrationspolitik im Gegensatz zu dem, was die Regierung betreibe - denn das sei reine Rückführungspolitik. (red)

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